Zehn tödliche Fußgängerunfälle im Vorjahr in NÖ. Zehn Fußgängerinnen und Fußgänger kamen im Vorjahr bei Verkehrsunfällen ums Leben, um zwei weniger als im Jahr 2017. Acht von zehn tödlichen Unfällen passierten im Ortsgebiet, jedes zweite Opfer war älter als 70 Jahre. Der VCÖ spricht sich für mehr Verkehrsberuhigung und eine fußgängerfreundliche Verkehrsplanung im Ortsgebiet aus.

Von Redaktion noen.at. Erstellt am 17. Januar 2019 (10:28)
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Die Zahl der tödlichen Fußgängerunfälle war im Vorjahr in Niederösterreich so niedrig wie noch nie seit Bestehen der Unfallstatistik, weist der VCÖ auf die Daten des BMI hin. Im Vorjahr ging die Zahl der bei Verkehrsunfällen getöteten Fußgängerinnen und Fußgänger auf zehn zurück.

In den Jahren 2017 und 2016 kamen jeweils zwölf Fußgängerinnen und Fußgänger bei Verkehrsunfällen in Niederösterreich ums Leben, im Jahr 2010 waren es 18, im Jahr 2006 110 und im Jahr 2002 sogar 34, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse zeigt.

"Niederösterreichs Gemeinden und Städte haben in den vergangenen zwanzig Jahren vor allem durch Verkehrsberuhigung, mehr Tempo 30 statt 50 und die Entschärfung von Gefahrenstellen wesentlich die Sicherheit für Fußgängerinnen und Fußgänger erhöht", stellt VCÖ-Sprecher Christian Gratzer fest.

Jedes zweite Opfer älter als 70 Jahre

Aber die Verkehrssicherheit für Fußgängerinnen und Fußgänger ist noch deutlich zu erhöhen, vor allem für Seniorinnen und Senioren. Acht von zehn tödlichen Fußgängerunfällen passierten im Vorjahr im Ortsgebiet. Davon war die Hälfte der Todesopfer älter als 70 Jahre.

Gerade für ältere Menschen ist es wichtig, dass das Verkehrssystem fehlertoleranter wird. "Die Zahl der Menschen, die etwa an Demenz erkranken oder schlechter sehen wird in den kommenden Jahren deutlich zunehmen. Darauf muss unser Verkehrssystem stärker als bisher Rücksicht nehmen", betont VCÖ-Sprecher Gratzer. Im Ortsgebiet kann mit verstärkter Verkehrsberuhigung, insbesondere in Wohngebieten, dazu beigetragen werden, dass ein Fehltritt nicht mit schwersten Verletzungen oder gar tödlich endet.

In den Regionen sind zudem Gehwege zwischen Siedlungen und dem nächstgelegenen Ort für die Verkehrssicherheit von Fußgängerinnen und Fußgänger wichtig.

VCÖ startet Umfrage

Welche Verbesserungen vor Ort von Fußgängerinnen und Fußgängern gewünscht werden, erhebt der VCÖ im Rahmen einer Umfrage. An dieser kann auch online unter www.vcoe.at teilgenommen werden.

VCÖ-Fußgängerumfrage: https://www.vcoe.at/umfragen/vcoe-umfrage-gehen