60 neue Bergretter in Niederösterreich. Auf der Gemeindealpe Mitterbach stellten sich angehende Retter letzter Prüfung.

Von Eva Hinterer. Erstellt am 10. März 2020 (04:59)

Hochbetrieb auf der Gemeindealpe in Mitterbach im Bezirk Lilienfeld: Rund 60 angehende Bergretter stellten sich dem herausfordernden Winterkurs. Der bildet den Abschluss ihrer zweijährigen Ausbildung.

Diese Woche ist, wie Pressereferent Oliver Himmel sagt, ein steter Wechsel zwischen Prüfungssituation und Kurswoche. Die Tage beginnen mit einem theoretischen Teil von 7.30 bis 8.30 Uhr morgens. Dann folgen praktische Übungen am Berg: Orientierung, Sanitätswesen, Seiltechnik und Einsatzabläufe, all das muss in Fleisch und Blut übergehen. Obwohl viel von den Kandidaten verlangt wird, ist die Drop-out-Rate gering.

„Bei uns melden sich auch Leute, die Bergsteigen und Skifahren lernen wollen“, sagt Landesleiter Matthias Cernuska. Dabei müsse das von denen, die Bergretter werden wollen, bereits recht solide beherrscht werden. Für eine Ausbildung von Grund ist die Bergrettung nämlich nicht zuständig.

Einsatz der Bergrettung am Schneeberg.
ÖBRD/NÖ-Wien

Was Cernusca, im Brotberuf Rechtsanwalt, aber stolz macht, ist der hohe Frauenanteil bei der Bergrettung NÖ/Wien: Er liegt bei zehn Prozent, „in Oberösterreich nur bei zwei Prozent.“

Weniger Bergretter-Einsätze gab es wegen des schneearmen Winters bislang übrigens nicht. Das hat das vergangene Wochenende leider gezeigt: Ein verletzter Tourengeher in Puchberg am Schneeberg, ein Toter am Göller in Lilienfeld, am Dachstein kamen fünf Schneeschuhwanderer ums Leben und in Kärnten ein Alpinpolizist am Glockner.

Die Arbeit der Bergretter wird also weder weniger noch wird sie einfacher, daher investiert der Landesverband Wien/NÖ auch eifrig – und erfolgreich – in den Nachwuchs.