Alles finster in 15 Sekunden

Erstellt am 21. September 2022 | 05:03
Lesezeit: 2 Min
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Blackout-Vorsorge betrifft nicht nur Private. Nun sind Betriebe angehalten, konkrete Pläne zu erstellen.
Foto: Shutterstock.com/adriaticfoto
Auch NÖ-Betriebe sollen sich auf einen Blackout vorbereiten. Empfohlen wird die konkrete Planung von Szenarien.

„Wenn das Netz zusammenbricht, dauert es gerade einmal 15 Sekunden, bis in ganz Europa alles finster ist“, sagt EVN-Vorstandsdirektor Franz Mittermayer beim Blackout-Gipfel der NÖ-Wirtschaftskammer.

Dass es zu einem Blackout in Europa kommen wird, darüber sind sich alle anwesenden Experten einig. Die Frage sei nur, wann. Bundesheer, Zivilschutzverband, die Katastrophenschutzbehörde des Landes sowie das Land Niederösterreich selbst setzen schon seit Jahren Präventionsmaßnahmen für einen möglichen Blackout. Diesem Vorbild sollten laut WKNÖ-Präsident Wolfgang Ecker auch alle Betriebe folgen: Es brauche Notfallpläne, die dann auch regelmäßig durchgespielt werden.

Stefan Kreuzer von der Katastrophenschutzbehörde empfiehlt außerdem eine sogenannte „Szenarienplanung“: „Je genauer man sich in konkrete Situationen hineinversetzt, desto besser ist man für den Ernstfall vorbereitet.“ Diese Empfehlung gelte auch für Haushalte.

Vorreiter in der Blackout-Prävention ist das Österreichische Bundesheer. Der niederösterreichische Militärkommandant Martin Jawurek spricht von einem „einsatzrealistischen Szenario“, auf das Bundesheer und auch Blaulicht- und Einsatzorganisationen vorbereitet seien.

Energielenkungsbeirat einberufen

Auf die Blackoutvorsorge des Landes könne man sich verlassen, versichert Landeshauptfrau-Stellvertreter Stephan Pernkopf. So sind die Feuerwehrhäuser in NÖ mit Notstromaggregaten ausgestattet.

Und neu: Der NÖ-Energielenkungsbeirat tagte kürzlich zum ersten Mal. Der Ausschuss besteht aus Vertretern von Land, Energieversorgern, Stromnetzbetreibern und Sozialpartnern. Ziel sei es, vom Klimaministerium vorgegebene Maßnahmen umzusetzen und Katastrophenszenarien in verschiedenen Stufen zu üben. Energielenkung kann etwa bedeuten, dass Betriebe mit hohem Stromverbrauch abgeschaltet werden, um zu verhindern, dass das gesamte Stromnetz zusammenbricht. Der Energielenkungsbeirat entscheidet auch, wie die vom Bund vergebenen Kontingente an Energie im Ernstfall weiterverteilt werden und welche Betriebe temporär ohne Strom auskommen müssen.