"Militär des Jahres 2022" mit vielen Ausgezeichneten aus NÖ

Erstellt am 02. Dezember 2022 | 11:57
Lesezeit: 5 Min
Fünf Militärexperten, vier davon aus NÖ, die für Medien den Ukraine-Krieg analysieren. Ein Gefreiter, der Sicherheitslücken in Software entdeckt und IT-Abwehrtools entwickelt. Soldatin Eva Ferris aus NÖ, die in zahlreichen Missionen ihre Frau steht. Eine Jägerkompanie, die seit Jahren Einsätze im In- und Ausland erfüllt. Und Günter Povoden, Zivilbediensteter im ABC-Abwehrzentrum Korneuburg, der seine Fachexpertise weltweit einbringt: Das sind die diesjährigen Gewinner des „Militär des Jahres 2022“.

Jährlich würdigt das Österreichische Bundesheer Soldatinnen und Soldaten, zivile Bedienstete sowie Dienststellen des Heeres für besondere Leistungen anhand von Beurteilungskriterien wie Professionalität, Leistungswille, Zivilcourage oder Ideenreichtum. Aus zahlreichen Nominierten ging in den Kategorien „Rekrut des Jahres“, „Soldat/Soldatin des Jahres“, „Einheit des Jahres“ und Zivilbediensteter des Jahres“ jeweils ein Sieger hervor.

Darüber hinaus vergab das Bundesheer fünf „Special Awards“, hier die Gewinner:

Kategorie „Special Awards“

Die „Special-Awards 2022“ gingen an fünf Militärexperten des Bundesheeres, die seit 24. Februar 2022 mit ihren fundierten Analysen, sachkundigen Hintergrundinformationen und der präzisen Beurteilung der Lage im Ukraine-Kriegsgebiet fast täglich im nationalen und im internationalen Medieneinsatz stehen: Generalmajor Günter Bruno Hofbauer (wohnhaft in NÖ), Brigadier Philipp Eder, Oberst Bernhard Gruber (aus NÖ), Oberst Markus Reisner (aus NÖ) und Oberst Berthold Sandtner (aus NÖ).

ORF-Korrespondent Christian Wehrschütz, selbst Milizoffizier beim Bundesheer sagt: „Sie haben das Bild des Bundesheeres bei Journalisten – und noch viel wichtiger – in der österreichischen Bevölkerung massiv verbessert. Ihre Aufgabe ist nicht nur die Information der Öffentlichkeit über das Kriegsgeschehen in der Ukraine, sondern auch die Beratung der politischen Führung. Ich freue mich und wünsche meinen Kameraden alles Gute.“

Kategorie „Rekrut des Jahres“

„Rekrut des Jahres 2022“ ist Gefreiter Georg Felber. Er hat als sogenannter „Cyber-Grundwehrdiener“ im Militärischen Cyberzentrum im Referat „Codeanalyse und technische Forensik“ in Wien gedient. Felber zeigte seine Expertise bei der Analyse komplexer Malware-Probleme aus aktuellen Angriffen auf die Systeme des Österreichischen Bundesheeres. Ihm gelang es auch, eine bedeutende Schwachstelle in einem auf künstlicher Intelligenz basierenden Analysesystem aufzuzeigen und bei der „Austrian Cyber Security Challenge“ gegen Mitkonkurrenten in seiner Klasse zu siegen. Felber hat wesentlich zur Erhöhung der IKT-Sicherheit im Österreichischen Bundesheer beigetragen.

Kategorie „Soldat/Soldatin des Jahres“ 

Die Niederösterreicherin Stabswachtmeister Eva Ferris von der Militärpolizei in Wien gewann in der Kategorie „Soldat/Soldatin des Jahres. Ferris absolvierte ihre Grundausbildung bei den Melker Pionieren. Sie begann erst im Alter von 30 Jahren ihre Bundesheer-Karriere.

Nach ihrer Ausbildung zur Militärpolizistin stand sie in der Flüchtlingskrise an der österreichisch-ungarischen Grenze, war mehrmals in der Kosovo- und in der Bosnien-Mission – auch auf höchster internationaler Führungsebene – im Einsatz, leitete den Militärpolizeieinsatz bei einer Gefechtsübung und war wichtiger Teil im Militärpolizei-Bataillon beim Großevent AIRPOWER22. Ferris hat bewiesen, dass man auch als Spätberufene Karriere beim Bundesheer machen kann.

Kategorie „Einheit des Jahres“

Der Award für die „Einheit des Jahres 2022“ ging an die 2. Jägerkompanie, bestehend aus Berufssoldaten, des Jägerbataillons 18 in St. Michael in der Obersteiermark. Die Soldatinnen und Soldaten der 2. Jägerkompanie waren 2018 im Assistenzeinsatz in Tirol eingesetzt und wurden unmittelbar danach zwei Mal in den Kosovo entsandt. Danach überwachten sie die österreichisch-ungarischen Grenze. Die 2. Jägerkompanie muss als Berufssoldatenkompanie – Kaderpräsenzeinheit, für Einsätze im In- aber vor allem im Ausland innerhalb von fünf bis 30 Tagen bereitstehen.

Zum Jahreswechsel 2021/2022 gab es einen dreimonatigen Assistenzeinsatz zur Bewachung von Botschaften und anderer sensibler Einrichtungen in Wien. Kurz vor Einsatzende bekam die Kompanie den Auftrag, sich mit einer dreitägigen Abmarschbereitschaft für eine Entsendung als „Intermediate Reserve“ für einen eventuellen Einsatz in Bosnien und Herzegowina für vier Monate bereitzuhalten. Letztendlich wurde die Kompanie im September 2022 dorthin in einen sechsmonatigen Auslandseinsatz entsendet.  

Kategorie „Zivilbediensteter des Jahres“

In der Kategorie „Zivilbediensteter des Jahres“ siegte Günter Povoden, herausragender Wissenschaftler. Er ist Referatsleiter „Chemie“ im ABC-Abwehrzentrum in Korneuburg. Povoden hat nach seinem Studium sein Fachwissen derart erweitert, dass er Vortragender zum Thema Kampfstoffe an der Technischen Universität Graz wurde, als Konsulent bei der Europäischen Union tätig war, als Senior für das „United Nations Office of Counter Terrorism“ für den Schutz kritischer Infrastruktur und vulnerabler Ziele zum Einsatz kam und ins „Scientific Advisory Board“ der UNO zum Verbot chemischer Waffen aufgenommen wurde.

Povoden wurde dort als erster Österreicher zum Vorsitzenden nominiert – ein Vorsitz, der sehr viel diplomatisches Fingerspitzengefühl verlangt. Er bringt seine jahrzehntelange Erfahrung im Bereich chemischer Waffen und ABC-Kampfmittelbeseitigung ein, daneben stellt Günter Povoden aktuelle Informationen zum ABC-Lagebild zu chemischen Kampfstoffen sowie notwendige Präventions- und Bewältigungsmöglichkeiten für die Entwicklung, Forschung und Lehre im Bundesheer zur Verfügung. Er absolvierte Auslandseinsätze in Sri Lanka, auf Zypern, in Bosnien und Herzegowina sowie im Kosovo.

  • Die Online-Präsentation der Gewinner startete mit 28. November 2022. Die Sieger sind hier zu sehen:
  • (hochauflösend unter Download https://we.tl/t-LN78RiD8Kh)