Andreas Zinggl: Ein Helfer in der Not. Katastrophenhelfer Andreas Zinggl von der Caritas St. Pölten fliegt morgen, Samstag, ins Katastrophengebiet nach Mosambik. Und sprach davor noch mit der NÖN über Hilfseinsätze, Katastrophenstäbe und die Fähigkeiten eines Raumplaners.

Von Michaela Fleck. Erstellt am 22. März 2019 (16:52)
Caritas
Ab Sonntag im Katastropheneinsatz in Mosambik: DI Andreas Zinggl von der Caritas St. Pölten.

Lang geplant war er nicht, der Abflug. "Es ist tatsächlich sehr spontan", gibt Andreas Zinggl zu. Auch wenn der Katastrophenhelfer die jüngste Naturkatastrophe im Südosten von Afrika schon von Beginn an verfolgt hat. Dass er tatsächlich morgen, Samstag, im Flugzeug nach Maputo sitzt, ist erst "seit Mittwoch abend" fix.

Aber: "Wir müssen jetzt rasch helfen", sagt auch Caritas-Präsident Michael Landau. Und hat nicht nur 50.000 Euro für die sofortige Nothilfe zugesagt. Sondern auch zwei "erfahrene Katastrophenhelfer": Andreas Zinggl und den Vorarlberger Harald Grabher. Letzterer spricht auch die Sprache, ersterer war zuletzt vor fünf Jahren in Mosambik, "sogar in dieser Region", allerdings ohne Katastrophe, sondern bei einem der landwirtschaftlichen Hilfsprojekte.

Nach dem Zyklon Idai mit bis zu 600.000 Betroffenen sieht es jetzt dort ganz anders aus. Großflächige Überschwemmungen, zerstörte Häuser, vernichtete Ernten - "Es dürften ganze Dörfer verschwunden sein", so Andreas Zinggl. Und: Es drohe der Ausbruch von Cholera, Hepatitis und anderen Seuchen, befürchtete man bei Österreichs Rotem Kreuz, bei dem man sich auch für die Entsendung von Trinkwasseraufbereitungsanlagen bereit hält.

"Gesundheitsorganisation sind wir keine", stellt Katastrophenhelfer Andreas Zinggl klar. "Wir kümmern uns um Nahrungsmittel, Zelte, Planen, Hygieneartikel." Zuerst müsse man allerdings "so schnell wie möglich" hinkommen, ins Katastrophengebiet, "einen Eindruck gewinnen", mit den Partnerorganisationen vor Ort Kontakt aufnehmen und "die Kapazitäten bewerten".

"Das sind die Aufgaben der ersten beiden Tage", erklärt der 54-jährige, der schon in Sri Lanka, im Libanon, in Serbien und zuletzt in Nepal im Katastropheneinsatz war und seit 2015 bei der Caritas St. Pölten als Programm-Manager für Pakistan zuständig ist. Im "Zivilberuf" ist der Wiener mit den Hollabrunner Wurzeln Raumplaner. "Das ist im Grunde auch das, was wir in einem Katastropheneinsatz machen", allerdings sei man dort auch nicht alleine, sondern hätte einen Stab an Helfern.

Wie lange Andreas Zinggl in Maputo, wo die Einsatzzentrale aufgebaut wird, bleiben wird? "Eine Woche - voraussichtlich!"