Ansturm auf Impftermine in NÖ. 318.000 Landsleute fixierten ihren „Stichtag“ in Vorwoche. Auch in Betrieben geht es bald los. Landeshauptfrau sieht hohe Impfbereitschaft in Niederösterreich.

Von Lisa Röhrer und Norbert Oberndorfer. Update am 11. Mai 2021 (12:41)
Auf Hochtouren läuft der Betrieb in den 20 Impfzentren des Landes bis Ende Juni.
B. Krottendorfer

Einen echten „Run“ auf die Impftermine gab es vergangene Woche. Bis Montag wurde die Anmeldung in Niederösterreich als bisher einzigem Bundesland für alle (ab 16) freigeschaltet. Pro Minute wurden hunderte Terminbuchungen vorgenommen.

318.000 Niederösterreicher buchten Termin

Insgesamt wurden seit 3. Mai 318.000 Buchungen verzeichnet. Damit haben, laut dem Impfkoordinator Notruf NÖ, mittlerweile 72 Prozent der impfberechtigten Niederösterreicher (über 16 Jahre) zumindest ihren Termin für die Corona-Impfung fixiert oder sind bereits einmal geimpft. Tatsächlich bereits eine Dosis erhalten haben, laut Gesundheitsministerium 493.000 Niederösterreicher. 233.000 Landsleute sind bereits vollimmunisiert. Aktuell sind auf der Anmeldeplattform noch rund 60.000 Termine verfügbar.

Die in der Vorwoche gebuchten Daten reichen bis Ende Juni. Geimpft wird in den 20 Impfzentren des Landes und bei 100 niedergelassenen Ärzten. „Die Vergabe der Impftermine gibt Sicherheit und Klarheit“, resümierte Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) nach der Buchungswoche. Deshalb habe man sich bewusst für diese "offensive Impfstrategie" entschieden.  Gesundheitslandesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig (SPÖ) und Landeshauptfrau-Stellvertreter Stephan Pernkopf (ÖVP) betonten, dass sie überzeugt seien, dass der dafür nötige Impfstoff auch geliefert wird. 

Jüngere sind skeptischer

Deutlich gezeigt hat sich mittlerweile, dass die Impfbereitschaft der Jüngeren niedriger ist als jene der Älteren. So wurden in der Gruppen der 16- bis 39 weniger Buchungen vorgenommen. In den nächsten Wochen sollen daher vor allem diese Altersgruppen von der Notwendigkeit des Stiches überzeugt werden. Pernkopf geht zudem davon aus, dass durch das betrieblichen Impfen noch einige dieser Altersgruppe hinzukommen. Mikl-Leitner denkt, dass außerdem in Zusammenhang mit den Öffnungsschritten die Bereitschaft zum Impfen weiter steigen wird. 

Am 17. Mai startet betriebliches Impfen

Das betriebliche Impfen startet am 17. Mai. 70.000 Impfwillige sollen in den nächsten Wochen in 600 Betrieben ihre Impfdosis erhalten. So viele haben sich bisher für das betriebliche Impfen angemeldet, heißt es aus der WKNÖ. Ab 17. Mai werden Betriebe allein oder in Verbünden in 300 Impfstraßen ihren Mitarbeitern Impfungen anbieten. In Klosterneuburg (Bezirk Tulln) schlossen sich etwa über 100 KMU zu einer Impfstraße zusammen. Der Konzern Spar hingegen betreibt allein 23 Impfstraßen bundesweit. 

Schwangere werden auch geimpft

Das Nationale Impfgremium (NIG) empfiehlt nun außerdem auch die Impfung Schwangerer. Sie sollen ein größeres Risiko haben, schwer zu erkranken. „Bisher liegen nur begrenzte Erfahrungen mit der Anwendung von Covid-19-Impfstoffen bei Schwangeren vor, diese ließen ausnahmslos keine Auffälligkeiten erkennen. Insbesondere zu mRNA-Impfstoffen wurden Daten publiziert, weshalb bei der Impfung von Schwangeren mRNA-Impfstoffe zu bevorzugen sind“, heißt es vom NIG. In NÖ können sich Schwangere über die Plattform anmelden. Vor der Terminbuchung soll aber in jedem Fall ein Aufklärungsgespräch geführt werden. Nutzen und Risiko müssen abgewogen werden. Stand: Dienstag

Noch kein zugelassener Impfstoff für Kinder

Noch nicht zugelassen sind die Corona-Impfstoffe bisher für Unter-16-Jährige. In Niederösterreich hofft man, dass sich das bald ändern wird und noch während der Sommerferien Impftermine für Kinder freigeschaltet werden können. "Ich hoffe, dass wir mit geimpften Kindern ins neue Schuljahr starten können", sagte Mikl-Leitner.