375 Quadratkilometer durch Verkehrsflächen versiegelt. Wetterextreme wie lange Hitzeperioden und Starkregenereignisse werden in Zukunft vermehrt auftreten. Als Maßnahme gegen den Klimawandel fordert der Verkehrs Club Österreich ein Entsiegelungsprogramm. Versiegelte Flächen verhindern nämlich, dass das Wasser im Boden versickern kann.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 21. Juli 2021 (15:24)
375 Quadratmeter in NÖ durch Verkehrsflächen versiegelt
Laut VCÖ könnten besonders bei Parkplätzen große Flächen entsiegelt werden.
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In Österreich sind rund 1.240 Quadratkilometer aufgrund von Verkehrsflächen versiegelt, heißt es in einer Presseaussendung des VCÖ. Damit ist allein der Verkehr für knapp mehr als die Hälfte der gesamten Bodenversiegelung Österreichs verantwortlich. Von den 1.240 versiegelten Quadratkilometern befinden sich allein 375 Quadratkilometer in Niederösterreich, so der VCÖ. Das ist mehr als die dreifache Fläche der Stadt St. Pölten. 96 Prozent der versiegelten Flächen in Niederösterreich seien Straßen und Parkplätze.

Andere Oberflächen für Parkplätze

Um künftig die negativen Folgen des Starkregens zu minimieren, fordert der VCÖ die Entsiegelung der Böden in allen Bereichen. Im Verkehrsbereich gebe es vor allem bei Parkplätzen großes Potenzial. Wenn Asphalt oder Beton durch Rasengittersteine oder Kalkschotterdecken ersetzt werden würde, so würde sich das Versickerungsvolumen deutlich erhöhen.

Besonders bei großen Parkplätzen, etwa bei Supermärkten, Einkaufszentren oder Firmen, bestehe akuter Handlungsbedarf, heißt es in der Presseaussendung weiter. Außerdem helfe die Entsiegelung von Parkplätzen gegen die anhaltenden Hitzeperioden. „Asphaltdecken verursachen Hitzestaus, Parkplätze werden regelrecht zu Backöfen, die die Umgebung noch stärker aufheizen", sagt Michael Schwendinger vom VCÖ.

Neben den Parkplätzen verschärfe aber auch der Straßenbau das Problem der Bodenversiegelung. Wichtiger werde es deshalb, überbreite Straßen zurückzubauen, so der VCÖ. In Kärnten passiere das bereits. So wurde aus der neun Meter breiten B83 bei Arnoldstein ein eineinhalb Meter breiter Grünstreifen. Der zusätzliche Vorteil dabei sei, dass sich die Erhaltungskosten für die Straßen um bis zu 30 Prozent reduzieren, so der VCÖ.