Fachwissen aus Krems für die WHO. Cochrane Österreich informiert zu Fake News im Internet, prüft zurzeit aber auch Studien für die Weltgesundheitsorganisation im Kampf gegen das neue Coronavirus.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 27. März 2020 (16:58)
Martin Eichtinger: "Wir setzen auf faktenbasierte Politik in enger Zusammenarbeit mit den Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Medizin und Forschung."
NLK

Ob Vitamin C oder Homöopathie vor Corona schützen? Mit Fragen wie diesen beschäftigt sich Medizin Transparent, ein Projekt von Cochrane Österreich mit Sitz in Krems. Gerade jetzt, wo eine Vielzahl an Fake News rund um Corona online zu finden sind, sind verlässliche Informationen umso wichtiger.

Medizin Transparent überprüft Gesundheits-Behauptungen aus den Medien, der Werbung und dem Internet, sieht sich die Studienlage dazu an und bewertet dann. Zum Beispiel dass es keinen Beleg dafür gibt, ob Vitamin C gegen das Coronavirus wirksam ist. Oder: Es gibt auch keine Hinweise darauf, dass Globuli davor schützen kann. Gefährlich ist übrigens das vermeintliche „Wundermittel“ MMS, bei dem es sich laut Medizin Transparent um Chlorbleiche handelt.

Fundierte wissenschaftliche Erkenntnisse als Basis

Cochrane Österreich bietet nicht nur Lesern einen Überblick über die aktuelle Studienlage und den Stand der Wissenschaft, sondern auch Ärzten, Pflegekräften und der Politik.

„In diesen herausfordernden Zeiten ist es wichtig, den Überblick zu behalten und auf fundierte wissenschaftliche Erkenntnisse zurückzugreifen. Was ist richtig und was ist falsch ist mittlerweile nicht mehr einfach herauszufinden. Deshalb setzen wir auf faktenbasierte Politik in enger Zusammenarbeit mit den Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Medizin und Forschung“, so NÖGUS-Vorsitzender Landesrat Martin Eichtinger.

Er betont: „Wir sind stolz auf Univ.-Prof. Dr. Gerald Gartlehner und sein Team von rund 30 Wissenschaftlerinnen, Assistenten und Studierenden, die aus zehn Disziplinen wie zum Beispiel Medizin, Public Health, Pflegewissenschaften, Psychologie, Ernährungswissenschaften und Informationsmanagement zusammenarbeiten und weltweit zur aktuellen Lage publizieren.“

Im Einsatz für die Weltgesundheitsorganisation

Seit Februar arbeitet sich ein zehnköpfiges Notfallteam rund um Gartlehner vom Department für Evidenzbasierte Medizin und Evaluation an der Donau-Universität Krems durch Publikationen rund ums Coronavirus und unterstützt dabei die Weltgesundheitsorganisation. Seit Beginn des Jahres wurden weltweit mehr als 2000 wissenschaftliche Artikel zu Covid-19 publiziert.

„Ziel des Notfallteams ist es, in kurzer Zeit mit umfassender Recherche und rigoroser Studienbewertung verlässliche Übersichten zum aktuellen Stand des Wissens zu schaffen. Diese Übersichten dienen der WHO als faktenbasierte Grundlage für Entscheidungen und Empfehlungen. Das Notfallteam arbeitet derzeit schon an einer Übersicht zur Wirksamkeit verschiedener Quarantäne-Maßnahmen“, erklärt Gartlehner.

https://www.medizin-transparent.at/