NÖ Asylquartierbetreiber mit rund 50 Standorten pleite. In Niederösterreich ist ein Betreiber von Asylquartieren zahlungsunfähig geworden. Die Eder Beteiligungsverwaltungs GmbH betrieb über 50 Objekte, 48 davon Asylobjekte und kümmerte sich auch um die Betreuung von Asylwerbern, teilten der AKV und der KSV1870 am Mittwochabend mit.

Von Redaktion APA. Erstellt am 20. Februar 2019 (17:23)
NÖN
 Die Flüchtlingsunterkunft Lolita in Lilienfeld ist eines der Asylquartiere, das in eine ungewisse Zukunft blickt.

162 Gläubiger machen Forderungen von rund 5,7 Mio. Euro geltend. Dem stehen nach Firmenangaben 4,2 Mio. Euro Vermögen gegenüber.

Das Unternehmen hatte zwischenzeitlich bis zu 140 Mitarbeiter, derzeit sind es aber nur mehr 38, geht aus den AKV-Unterlagen hervor. Es habe Liquiditätsprobleme gegeben. Laut KSV1870 baute die Eder Beteiligungsverwaltung ab 2015 Containerdörfer für die Unterbringung von Asylwerbern und musste Quartiere anmieten, um die Verträge mit dem Land Niederösterreich erfüllen zu können. "Nachdem sich herausstellte, dass Asylwerber im Containerdorf nicht mehr untergebracht wurden, waren die in diese Dörfer getätigten Investitionen verloren. Es kam zu einem Verlust von 2.000 Betreuungen von Asylwerbern", so der KSV.

"Ziel ist eine Fortführung des Unternehmens"

Das Unternehmen hat eine Sanierung ohne Eigenverwaltung beantragt. Ziel ist eine Fortführung des Unternehmens mit weniger Standorten nach einer Entschuldung - dazu wird vorerst die gesetzliche Mindestquote von 20 Prozent geboten. Derzeit hat es 8 Asylquartiere im Mostviertel, 8 in Lilienfeld-Traisen, 2 in Stockerau, 3 in Niederösterreich Süd und 35 im Waldviertel betrieben.