Lackner-Bericht ohne Stellungnahme an Rom. Nur zweieinhalb Stunden für Einsichtnahme und Stellungnahme eingeräumt. Gurker Domkapitel hegt Zweifel an Transparenz und Fairness der Visitation

Von APA Red. Erstellt am 14. März 2019 (17:03)
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Bischof Alois Schwarz

Der Bericht des Erzbischofs Franz Lackner über die Visitation der Diözese Gurk-Klagenfurt wird nicht wie ursprünglich vereinbart eine Stellungnahme des Gurker Domkapitels enthalten. Die Kärntner Kirchenführung lehnte das vorgegebene Prozedere als "inakzeptabel" ab und verwies in einer Aussendung am Donnerstag auf einen eigenen Bericht, der vor Weihnachten publik gemacht worden war.

Anstatt einer mehrtägigen Begutachtungsphase seien vom Visitationsteam ursprünglich nur zweieinhalb Stunden für Einsichtnahme und Stellungnahme eingeräumt worden, kritisierte die Diözesanleitung. Weiters habe die auferlegte Verschwiegenheit gegenüber der Öffentlichkeit dem zu Beginn der Visitation Vereinbarten widersprochen. Lackner habe dann zwar zugesagt, die Einsichtnahme auf mehrere Stunden auszudehnen, das habe dem Domkapitel an Entgegenkommen aber nicht gereicht.

Für Irritationen bei den Kärntner Klerikern sorgte auch, dass Bischof Alois Schwarz in dem Bericht "nur als Zeuge" geführt werde. "Das lässt vermuten, dass hauptsächlich die Zeit der Sedisvakanz geprüft wurde", hieß es in der Aussendung, also der Zeit nach Schwarz Wechsel nach St. Pölten. "Zusammenfassend entsteht der Eindruck, dass die Visitation den Kriterien der Transparenz und Fairness überwiegend nicht gerecht wird und daher auch die Objektivität nicht bestätigt werden kann."