Korneuburg

Erstellt am 14. Juni 2018, 13:28

von APA Red

Zwei Autoschieber rechtskräftig verurteilt. Zwei Autoschieber sind am Donnerstag am Landesgericht Korneuburg rechtskräftig wegen gewerbsmäßig schweren Betrugs im Rahmen einer kriminellen Vereinigung verurteilt worden.

APA/GEORG HOCHMUTH

Die beiden in Deutschland vorbestraften bosnischen Staatsbürger (41 und 33), die sich schuldig bekannt hatten, erhielten Freiheitsstrafen im Ausmaß von zweieinhalb Jahren bzw. zwei Jahren, davon 16 Monate bedingt.

Die beiden hatten im Zusammenwirken mit abgesondert verfolgten Mittätern agiert, waren allerdings nicht an einem Betrug mit wertlosen Diamanten beteiligt, die in Wien um 195.000 Euro verkauft worden sein sollen. Das betreffende Verfahren war daher ausgeschieden worden.

Die beschäftigungslosen Männer hatten einander 2015 in der Haft in Deutschland kennengelernt - der jüngere hatte Zigaretten geschmuggelt, der verschuldete ältere (serbisch-bosnischer Doppelstaatsbürger) Autos verschoben.

Laut Anklage beschlossen sie dann im Vorjahr, ihre triste finanzielle Situation durch Betrugshandlungen aufzubessern. Im Auftrag serbischer Hintermänner wurden in Österreich fünf Fahrzeuge im Gesamtwert von über 100.000 Euro angemietet und nach Serbien verschoben bzw. dem führenden Mitglied der Bande übergeben. Sie bekamen dafür einige hundert Euro pro Wagen.

Der 41-Jährige hatte auf der Internetplattform "willhaben" nach Vermietern gesucht, diese aufgrund seiner guten Deutschkenntnisse kontaktiert und jeweils mit Hinterlegung einer Kaution in geringer Höhe Mietverträge für einige Tage abgeschlossen. Der 33-Jährige fungierte in der Folge als Fahrer. Beide reisten für die "Geschäfte" extra nach Österreich an. Derart kamen die Fahrzeuge im Oktober und November 2017 "abhanden", die Geschädigten aus Niederösterreich und der Steiermark sahen ihr Eigentum nicht mehr wieder.

Der Staatsanwalt verwies in seinem Schlussvortrag bei einem Strafrahmen von bis zu fünf Jahren auf die getrübte Biografie der Beschuldigten und die mehrfache Tatbegehung. Es gehe hier um echte kriminelle Energie und zielorientierte Banden. Die Verteidiger führten die Geständnisse ins Treffen. Er wolle so etwas nie wieder tun, beteuerte der 33-Jährige. Der 41-Jährige, der von Beginn der Ermittlungen an kooperiert hatte, entschuldigte sich bei den Geschädigten und erklärte, seine Strafe zu akzeptieren.

Als erschwerend auf die Strafbemessung wirkte sich beim 41-Jährigen u.a. der rasche Rückfall - ein halbes Jahr nach seiner Haftentlassung - aus, erklärte die Richterin zur Entscheidung des Schöffensenats. Beiden wurde die Vorhaft seit Mitte November 2017 angerechnet.