Erstellt am 06. Juni 2018, 11:55

Sechsköpfige ungarische Tätergruppe in Haft. Einen Schlag gegen ein internationales Netzwerk von Dieben – diese haben sich auf hochpreisige Baumaschinen, Geräte und Reifen spezialisiert - ist den burgenländischen Ermittlern gelungen.

Sechs hochprofessionell agierende ungarische Tatverdächtige – diese werden für mehrere Diebstahlshandlungen in Niederösterreich, Steiermark und Kärnten verantwortlich gemacht – befinden sich in Haft.

„Damit das Burgenland nicht zum Tummelplatz für Kriminelle wird, werden wir den Fahndungs- und Überwachungsdruck noch weiter erhöhen!“, sagte der stv. Landespolizeidirektor Hofrat Christian Stella bei der Pressekonferenz.

Den seit Beginn des Jahres 2017 ereigneten sich in einigen Bezirken des Burgenlandes, Niederösterreich, Steiermark und Kärnten Einbrüche und Diebstähle in verschiedene Firmen und Baustellencontainer sowie Baustellenareale. Dabei spezialisierten sich die Täter auf hochwertiges Werkzeug und Maschinen für den Bausektor, Spezialgeräte für den Gleisbau  sowie zahlreiche PKW- und LKW-Kompletträder.

Intensive Ermittlungen führten zum Erfolg

Nach ersten Erhebungen rückte eine Tätergruppe aus Ungarn ins Visier der heimischen Ermittler.

Die zuständigen Beamten des burgenländischen Landeskriminalamtes, Ermittlungsbereich 6 – Diebstahl, nahmen unverzüglich Kontakt mit den ungarischen Kollegen auf. Nach umfangreichen und arbeitsintensiven Ermittlungen im In- und Ausland konnte eine aus Vesprem bzw. Papa (Ungarn) stammende mehrköpfige Tätergruppe lokalisiert werden.

So konnte von den heimischen Ermittlern nachgewiesen werden, dass eine sechsköpfige ungarische Tätergruppe  am 14. Dezember 2017, gegen 22:00 Uhr mit zwei Fahrzeugen, nämlich einen Kombi sowie einen Kastenwagen (beide mit ungarischen Kennzeichen) über den Grenzübergang Klingenbach von Ungarn kommend in das österreichische Bundesgebiet einreisten. Im Bereich eines Baustellengeländes beim Bahnhof in Gloggnitz (Stmk) brachen die Täter mit einem mitgebrachten Tatwerkzeug (Brecheisen) einen Geräteschuppen auf und stahlen daraus zwei Eindrehmaschinen für den Gleisbau sowie eine Schneefräse.

Unmittelbar nach der Straftat setzten sich die Täter zügig in Richtung ungarische Grenze in Bewegung, wobei der Kombi als sogenanntes „Vorausfahrzeug“ fungierte und der Kastenwagen als Transportfahrzeug für das Diebsgutes verwendet wurde. Mit Ausnahme des Fahrzeuglenkers - welcher den Kastenwagen lenkte – befanden sich alle weiteren fünf Tatverdächtigen  im „Vorausfahrzeug“. Dies diente dazu, um im Falle einer Anhaltung durch Polizeikräfte, so nicht mit der Straftat in Verbindung gebracht werden zu können.

Von den Polizisten wurde im Gemeindegebiet von Siegendorf, etwa 2 km vor der ungarischen Grenze bei Klingenbach (Burgenland), eine Verkehrskontrolle veranlasst und die Täterfahrzeuge angehalten. Dabei konnte die Tätergruppe, 54, 53, 53, 51, 49 und 26 Jahre alt und ungarische Staatsangehörige, festgenommen und das Diebesgut sichergestellt werden.

Aufgrund umfangreicher und zeitaufwändiger Ermittlungen durch Bedienstete des Landeskriminalamtes Burgenland, Ermittlungsbereich Diebstahl, konnte dieser sechsköpfigen ungarischen Tätergruppe – in unterschiedlichen Konstellationen – in der zweiten Jahreshälfte 2017 insgesamt sechs Einbrüche, nämlich

  • am 12./13. August und 14. August 2017 sowie am 19./20. Oktober 2017 in St. Paul im Lavanttal, Ktn. (Faktum 1, 2 und 3),
  • am 18. Oktober 2017 in Ennsdorf, NÖ (Faktum 4),
  • am 28./29. Oktober 2017 in Frohnleiten, Stmk.(Faktum 5) und
  • am 14./15. Dezember 2017 in Gloggnitz, NÖ (Faktum 6),

mit einem Gesamtschaden in der Höhe von Euro 269.800.- angelastet werden.

Bei diesen Einbrüchen/Diebstählen wurde ebenfalls hochwertiges Spezialgerät für den Gleisbau, hochpreisiges Werkzeug für den Straßenbau sowie 26 neue LKW-Reifen samt Felgen, 200 Stk. PKW-Winterreifen samt Alufelgen und 20 Stk. Sommerreifen erbeutet.

„Wir bemerken im Zuge unserer Ermittlungen immer wieder, dass die Kriminellen stets professioneller werden. Wir sind hier ständig gefordert, um mit den Tätern Schritt halten zu können. Deshalb freut es uns besonders, wenn wir es schaffen - so wie in diesem Fall - den Tätern einen Schritt voraus zu sein!“ sagte der BezInsp Schütz, Ermittlungsleiter des LKA Burgenland, Ermittlungsbereich Diebstahl.

Alle Tatverdächtigen wurden über Auftrag der Staatsanwaltschaft in eine Justizanstalt eingeliefert.