Länderübergreifendes Hochwasserprognosesystem gestartet. Neues Hochwasserprognosesystem entlang der Leitha gibt mehrmals täglich Auskunft über mögliche Hochwasser-Entwicklungen. Sechs Pegelstationen in drei niederösterreichischen Bezirken sowie eine weitere im Burgenland messen regelmäßig den Wasserstand und sind so Basis der Prognosen. Dadurch sollen sich in Zukunft Einsatzkräfte aber auch Privatpersonen bestens für den Hochwasserfall vorbereiten können.

Von Victoria Schmidt. Update am 14. Juli 2020 (16:11)

Insgesamt 110.000 Euro haben das Land Niederösterreich und das Land Burgenland für das Hochwasserprognosesystem entlang der Leitha in die Hand genommen. Seit Jahresbeginn läuft es bereits im Probebetrieb, am Dienstag wurde es durch die zuständigen Landesräte Stephan Pernkopf (ÖVP, Niederösterreich) und Heinrich Dorner (SPÖ, Burgenland) offiziell in Betrieb genommen.

"Gesundheit und Natur sind das Wichtigste. Wasser ist Fluch und Segen zugleich", erklärte Pernkopf. Mit seinem burgenländischen Amtskollegen teilte er eine Meinung: "Der Ausbau von Hochwasser-Frühwarnsystemen ist wichtig, schließlich ist es unser Ziel, kritische Situationen möglichst früh zu erkennen."

Werte für jeden abrufbar

Die sechs Pegelstationen in Lanzenkirchen, Wiener Neustadt und Zillingdorf (Bezirk Wiener Neustadt), Deutsch-Brodersdorf (Seibersdorf, Bezirk Baden), Götzendorf und Deutsch Haslau in Prellenkirchen (Bezirk Bruck/Leitha) senden mehrmals täglich Daten an das zentrale System. Diese Messwerte sind dann auch frei zugänglich unter www.wasserstand-niederoesterreich.at im Internet abrufbar.

In kritischen Situationen wird die Landeswarnzentrale automatisch verständigt. Einsatzkräfte und Privatpersonen können sich damit rechtzeitig wappnen. "So können wir Menschen und ihr Hab und Gut schützen", ist sich Pernkopf sicher.

Während in Lanzenkirchen an der ersten Messstation, wenige Meter nach dem Leithaursprung, nur vier Stunden prognostiziert werden können, ist in Deutsch Haslau bereits eine Vorhersage von etwa 24 Stunden möglich. Das liegt an der Flussrichtung.

Erweiterung in Arbeit

Um diese Prognosen in Zukunft allgemein genauer zu machen, wird derzeit bereits an einer Erweiterung des Systems für die Leitha-Zubringer Pitten, Schwarza und Warme Fischa gearbeitet. Damit soll außerdem erreicht werden, dass für die betroffenen Einzugsgebiete Vorhersagen getroffen werden können.

Dazu soll ein Niederschlagsabflussmodell, das Niederschlagsprognosen berücksichtigt, zur Anwendung kommen.  Das ist vor allem für die Schwarza relevant, deren Flussbett meist ab dem Kehrbach Peisching (Neunkirchen) trocken liegt und nur bei hohen Niederschlagsmengen oder Hochwasser Wasser führt.

Die Leitha entspringt in Haderswörth, einer Katastralgemeinde von Lanzenkirchen, und fließt ab da etwa 180 Kilometer durch Niederösterreich, das Burgenland und Teile Ungarns, wo sie schließlich in die kleine Donau mündet.

Das Hochwasserprognosesystem, das vom Leitha-Ursprung bis zur österreichisch-ungarischen Staatsgrenze reicht, wurde auch deshalb mit dem Land Burgenland gemeinsam erarbeitet. Heinrich Dorner: "Nachdem starke Regenfälle bekanntlich keine Landesgrenzen kennen, ist diese Kooperation zwischen dem Burgenland und Niederösterreich äußerst sinnvoll und im Sinne der betroffenen Bevölkerung entlang der Leitha."