Niederösterreich, das Land der Falschfahrer. Die bundesweit meisten Geisterfahrer sind auf Niederösterreichs Straßen unterwegs. Im vergangen Jahr gingen 101 Geisterfahrermeldungen ein. Das ist rund ein Viertel aller Meldungen in Österreich im Jahr 2019.

Von Sabrina Luger. Erstellt am 21. Januar 2020 (15:21)
In Niederösterreich gibt es bundesweit die meisten Geisterfahrer.
APA/HANS KLAUS TECHT

Vor rund einem Jahr, nämlich am 18.1. 2019 kurz nach drei Uhr früh, filmte sich ein 33-jähriger Fahrzeuglenker bei seiner Geisterfahrer-Fahrt auf der A22 im Raum Stockerau. Erst in Wien konnte der stark alkoholisierte Mann von einem LKW-Lenker gestoppt werden – das ist ein besonderer Vorfall von insgesamt 101 Geisterfahrern auf Niederösterreichs Straßen im vergangenen Jahr und rund ein Viertel aller bundesweiten Meldungen. Denn österreichweit gab es 2019 insgesamt 417 Geisterfahrermeldungen auf Ö3. Das waren 47 Meldungen mehr als 2018 und ist die höchste Falschfahrerzahl der letzten elf Jahre.

Im Bundesländerranking der Geisterfahrerstatistik 2019 steht Niederösterreich seit 2015 zum ersten Mal wieder an Platz eins. Im „Rekordjahr“ 2015 gab es insgesamt 102 Geisterfahrer auf Niederösterreichs Straßen – lediglich um einen mehr als im vergangen Jahr. Auf Platz zwei und drei des Bundesländerrankings folgen die Steiermark mit 93 und Kärnten mit 54 Meldungen. Die wenigsten Geisterfahrer gab es 2019 in Wien, Vorarlberg und dem Burgenland mit jeweils 10 Geisterfahrermeldungen.

Erheblicher Anstieg auf A1 und S1

In NÖ waren die meisten Geisterfahrer auf der A1 im Raum Amstetten und der S1 Süd unterwegs. Auf diesen beiden Strecken konnte auch der größte Anstieg an Falschfahrern verzeichnet werden. Während auf der A1 in Amstetten im Jahr 2018 drei Geisterfahrer unterwegs waren, waren es im vergangenen Jahr 12. Aber auch auf der S1 Süd gab es 2019 mit ebenfalls 12 Geisterfahrern um acht mehr als im Jahr davor. Eine positive Entwicklung ist, dass es auf der S3 letztes Jahr keine einzige Geisterfahrermeldung gab. 2018 war das noch anders, damals gab es nämlich drei Meldungen.