Was tun bei Festnetz-Ausfall, Blackout und Co.. Wie erreiche ich im Ernstfall ohne Festnetz Blaulicht-Organisationen? Diese Frage ist seit den A1-Verbindungsproblemen am Montag ins Bewusstsein der Bevölkerung gerückt. Notruf 144 und der Zivilschutzverband liefern Antworten und besprechen, was im Notfall zu tun ist, wenn das mobile Netz zusammenbricht oder gar keine Strom-Versorgung mehr gewährleistet ist.

Von Sophie Seeböck. Erstellt am 16. Oktober 2019 (15:36)
BVZ
Symbolbild

Montagnachmittag blieben viele Festnetz-Telefone im ganzen Land stumm. Aufgrund eines Hardware-Fehlers bei A1 kam es österreichweit zu teilweisen Ausfällen des Netzes. Auch Notfall-Nummern wie 144 waren von den Verbindungsproblemen. In Ernstfällen zählt jede Minute, doch welche Möglichkeiten gibt es nun bei einem Ausfall des Festnetzes um Blaulicht-Organisationen zu erreichen?

Eine Alternative zum klassischen Anruf unter 144, die bei Netzausfällen aber auch im Regelfall angewandt werden kann, bietet die App „Rettung“ des Notruf NÖ. Neben hilfreichen Informationen zu erster Hilfe, kann über den Startbildschirm der kostenlosen Applikation ein Notruf abgesetzt werden.

Kommt keine Sprechverbindung zustande, wird automatisch der Standpunkt, von dem der Notruf ausging, an die Zentrale übermittelt und ein Rettungswagen zum Einsatzort geschickt. Durch den Ausfall am Montag konnte Notruf 144 mit Stand Dienstag mehr als 2.000 neue Downloads der App verzeichnen.

Notrufleitung für längeren Festnetz-Ausfall gesichert

Falls ein längerer Totalausfall des Festnetzes droht, ist die Notrufzentrale durch mobile Leitungen gesichert, auf die die Notrufnummern umgeleitet werden können. Durch mehrere Leitungen in Netzen von verschiedenen Anbietern wird eine ständige Erreichbarkeit sichergestellt. Von den am Montag in Wien eingerichteten mobilen Notruf-Nummern hält Stefan Spielbichler von Notruf 144 aber eher wenig, da diese keine professionelle und sichere Alternative zum Festnetz darstellten.

„Wir hatten in der Notruf-Zentrale eigentlich keine wirklichen Probleme“, erklärte Stefan Spielbichler zur Lage in Niederösterreich. „Bei manchen Anrufen riss zwar die Verbindung ab, dieses Problem konnten wir aber schnell mit einem Rückruf lösen.“ Auch innerhalb der Einsatz-Organisationen seien keine Probleme aufgetreten.

Szenario "Blackout": wie bereiten wir uns vor?

Diese Vorkehrungen um die Erreichbarkeit der Notrufzentrale sicher zu stellen funktioniert aber nur, so lange auch Strom zur Verfügung steht und kein sogenannter „Blackout“ auftritt. Genau mit diesem Szenario setzt sich der Zivilschutzverband Niederösterreich auseinander. „Dieser Ausfall des Festnetzes zeigte ähnliche Auswirkungen wie bei einem Totalausfall des Stromnetzes“, stellt Thomas Hauser vom Zivilschutzverband fest.

Hauser sieht bei einem Blackout vor allem in kleineren Gemeinden größeres Gefahrenpotential. Das Gemeindeamt ist im Ernstfall zwar der Haupt-Infopunkt, dennoch können Wohnhäuser auch mehrere Kilometer davon entfernt sein und das kann für ältere Personen eine unüberbrückbare Distanz sein. Mit einem Netz aus autark betriebenen digitalen Funkgeräten soll eine Verbindung zu Notruf-Zentralen, der Gemeinde und ähnlichem sichergestellt werden. Diese Verbindung kann auch mit Amateur-Geräten, von denen es laut Zivilschutzverband in Niederösterreich bereits 1500 gibt, gehalten werden.

Zahlreiche Übungen mit Schwerpunkt Blackout mit den jeweiligen Organisationen des Landes wurden schon des Öfteren abgehalten. Diese Maßnahmen sind aber für einen Festnetz-Ausfall von einigen wenigen Stunden zu umfangreich. Dennoch empfiehlt der Zivilschutzverband für Notfälle mobile Telefon-Nummern von diversen Ansprechpersonen wie zum Beispiel des Feuerwehrkommandanten oder der nächsten Rettungs-Stelle zuhause vermerkt zu haben.