Nur halb so viele Notfälle für „Gelbe Engel“. „Gelbe Engel“ trotz Krise voll einsatzfähig, aber nicht so oft gefordert.

Von Walter Fahrnberger. Erstellt am 28. April 2020 (14:36)
Die Christophorus-Flotte hebt auch in Ausnahmezeiten wie jetzt ab, allerdings weniger oft.
ÖAMTC/Postl

Auch in Zeiten der Coronakrise leisten die „Gelben Engel“ der ÖAMTC-Flugrettung uneingeschränkt 24 Stunden am Tag ihre Dienste. Zwar sind die Einsätze nicht zuletzt aufgrund der Ausgangsbeschränkungen stark zurückgegangen. Dennoch musste die Christophorus-Flotte in den letzten sechs Wochen insgesamt 294 Mal abheben, davon 48 Mal während der Nachtstunden. „Diese Zahl zeigt deutlich, dass ein funktionierendes Flugrettungssystem auch in Ausnahmezeiten eine wesentliche Säule der medizinischen Notfallversorgung in Niederösterreich ist“, betont Reinhard Kraxner, Geschäftsführer der ÖAMTC-Flugrettung.

Die Art der Einsätze hat sich in der Krisenzeit jedoch sehr stark verändert, wie der stellvertretende medizinische Leiter der ÖAMTC-Flugrettung und leitende Notarzt am Stützpunkt in Wiener Neustadt, Helmut Trimmel, im NÖN-Gespräch betont. Die oberste Prämisse zu Beginn der Krise war, die Infektionsgefahr für das medizinische Personal zu minimieren. „Es war uns ein großes Anliegen, dass die Notfallversorgung nicht durch Einsätze gefährdet wird, die eigentlich gar nicht notwendig sind, und wir dann vielleicht eine Mannschaft außer Dienst nehmen und in Quarantäne schicken müssen“, so Trimmel.

Um zwei Drittel weniger Fehleinsätze

Eine neue Form der Disposition habe dazu geführt, dass es zwei Drittel weniger Fehleinsätze und Stornierungen gegeben hat. „Notruf NÖ leistet hier sehr gute Arbeit“, betont Trimmel. Aber natürlich wirkt sich auch der Shutdown in der Statistik aus. So gab es im Vergleich zum Vorjahr um bis zu 85 Prozent weniger Einsatze wegen Unfällen im Straßenverkehr oder im Sport- und Freizeitbereich. Auch die internistischen und neurologischen Notfälle sind um 50 Prozent bzw. 64 Prozent zurückgegangen.

„Summa summarum haben wir einen Rückgang von mehr als die Hälfte der unmittelbaren Notfalleinsätze“, bringt es der leitende Notarzt auf dem Punkt. Insgesamt betreibt die ÖAMTC-Flugrettung drei Standorte in Niederösterreich: Neben Wiener Neustadt und Ybbsitz ist das der Standort Krems mit dem 24-Stunden-Hubschrauber für Nachtflüge. Zusätzlich fliegt der Wiener Hubschrauber 50 Prozent seiner Einsätze im größten Bundesland. Gleiches gilt für den C 16 in Oberwart. Real stehen also nicht weniger als fünf Hubschrauber für die Versorgung im Land zur Verfügung.