Stressfrei in den Weihnachtsferien reisen. Eigentlich sollte die Weihnachtszeit die besinnlichste Zeit im Jahr sein. "Doch so friedlich, wie es zu Weihnachten sein sollte, geht es auf Österreichs Straßen leider nicht immer zu", stellt ÖAMTC-Verkehrspsychologin Marion Seidenberger fest.

Von Redaktion noen.at und Redaktion bvz.at. Erstellt am 22. Dezember 2016 (10:37)
Symbolbild
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"Gerade während der Feiertage sind viele Menschen auf den Straßen unterwegs. Eine Fahrt in den Kurzurlaub oder Besuche bei Oma und Opa stehen auf dem Programm." In diesem Jahr werden vermutlich viele den Freitag als Anreisetag ausnutzen. Laut Statistik Austria ist das jedoch der unfallträchtigste Tag der Woche.

Im Jahr 2015 ereigneten sich an Freitagen die meisten Verkehrsunfälle, nämlich rund 6.400. "Angesichts dieser Zahl ist die Aufmerksamkeit der Autofahrer an den kommenden Weihnachtsfeiertagen besonders gefordert", so die ÖAMTC-Expertin. Und auch für kleine Kinder sind lange Autofahrten meist unangenehm.

Für eine entspannte und mitunter auch vergnügliche Fahrt hat die ÖAMTC-Verkehrspsychologin einige wichtige Tipps zusammengestellt:

Rechtzeitige Vorbereitung:

Mit der Erledigung diverser "Last Minute-Dinge" nicht bis zur letzten Sekunde warten. Im Idealfall hat man bereits am Vorabend der Abreise alles fertig gepackt, gegebenenfalls die Dachbox montiert und die notwendigen Checks (Frostschutz, Scheibenputzmittel usw.) am Auto durchgeführt.

Lange Fahrten gut planen

"Kinder haben ein anderes Zeitempfinden als Erwachsene – es stellt sich rasch Langeweile ein, die zu Unruhe im Auto führen kann", erklärt die ÖAMTC-Expertin. Daher am besten mit den Kindern vorher abklären, was sie im Auto lesen, spielen oder hören möchten. Danach kann gemeinsam eine "Spieletasche" für die Autofahrt gepackt werden.

Snacks und Getränke einpacken:

Kleinigkeiten zum Essen (Obst, Riegel, Kekse) sowie Getränke (z.B. verdünnte Fruchtsäfte, Tee) halten die Kinder bei Laune. Allerdings sollte es nicht allzu viel oder schwer verdaulich sein, damit den Kleinen nicht übel wird.

Pausen machen:

"Auch wenn die Fahrt mit diversen Staus mitunter schon lange genug dauert, sollten ausreichend Pausen eingelegt werden", erinnert die ÖAMTC-Verkehrspsychologin. Der Fahrer kann sich erholen und die Kinder können ihrem Bewegungsdrang nachkommen. Um die Last einer langen Autofahrt aufzuteilen, bieten sich auch Fahrerwechsel an.

Keinen Zeitplan erstellen:

Um die Ungeduld von Kindern nicht noch mehr zu steigern, sollte man ihnen keinesfalls eine fixe Ankunftszeit in Aussicht stellen. Staus oder wetterbedingte Straßensperren können rasch für unvorhergesehene Verzögerungen sorgen. "Am besten informiert man sich bereits vorab über die Straßen- und Wetterlage sowie über mögliche Ausweichrouten", empfiehlt die ÖAMTC-Verkehrspsychologin.

Spielregeln aufstellen:

Das Herumtollen ist im Auto tabu – es lenkt ab und bedeutet ein Sicherheitsrisiko für alle Insassen, am meisten für die Kinder selbst. Jedes Kind braucht einen Sitzplatz mit einem dem Alter entsprechenden Rückhaltesystem. Die Kinder müssen während der Fahrt angeschnallt bleiben. "Das fällt ihnen vor allem dann leichter, wenn die Eltern mit gutem Beispiel voran gehen", so Seidenberger.

Für den Notfall gerüstet sein:

Warme Decken sowie ausreichend Proviant sollten mitgenommen werden. "Gerade im Winter sind Straßensperren (wetterbedingt oder nach Unfällen) und damit verbundene Wartezeiten möglich", erklärt die ÖAMTC-Expertin. "Aus diesem Grund ist es von Vorteil, immer mit vollem Tank unterwegs zu sein. Die Heizung kann dann eingeschaltet bleiben."

Nicht versuchen, Zeit aufzuholen:

Manche Lenker setzen sich selbst unter Druck und möchten verlorene Zeit durch höhere Geschwindigkeit wieder aufholen. Besser ist es, sich nicht vom Navi treiben zu lassen, sondern mit angepasster Geschwindigkeit und ohne Aufholstress die Fahrt durchzuführen.

Ablenkungen reduzieren:

Auch wenn es bei Autofahrten mit Kindern oft laut zugehen kann, sollten Lenker ihre volle Konzentration dem Straßenverkehr widmen. "Auf zusätzliche Ablenkungen, wie Telefonate während der Fahrt, sollte auch im Sinne der Mitfahrer vollständig verzichtet werden", hält die ÖAMTC-Expertin fest.