Pielachtal versinkt im Hochwasser. Teile des Pielachtals sind durch die anhaltenden Regenfälle schwer vom Hochwasser betroffen. Seit den Nachtstunden stehen einige Feuerwehren im Einsatz um Hochwasserschutzbauten aufzubauen.

Von Daniel Lohninger, Mario Kern und Markus Glück. Erstellt am 16. Mai 2014 (08:44)
NOEN, Paul Plutsch

Im Pielachtal stehen etliche Feuerwehren seit den Nachtstunden im Einsatz. Grund sind die anhaltend starken Regenfälle, die zu ersten Überflutungen geführt haben. 

Frankenfels abgeschnitten

Der Ort Frankenfels an der Pielach ist von der Außenwelt abgeschnitten. Besonders dramatisch stellt sich die Situation bei einer Eisenbahnbaustelle im Ortsteil Boding dar. Ein Gerüst in Bachnähe wurde umgerissen und liegt teilweise in den Fluten bzw. wurde weggerissen. „Im südlichen Teil Richtung Scheibbs ist die Straße komplett überflutet, zusätzlich besteht Gefahr durch das Baugerüst“, sagt Feuerwehrkommandant Thomas Wutzl, „und Richtung Norden - also Richtung Pielach - ist ebenfalls Totalsperre, weil die Straßen überflutet sind.“



Auch der Fußballplatz wurde überflutet, die Volksschule, die Neue Mittelschule und der Kindergarten wurden gesperrt. Laut Landesfeuerwehrkommandant Dietmar Fahrafellner versucht man, mit dem Flugdienst der Polizei einen Hubschrauber zu organisieren, um sich einen Überblick aus der Luft zu verschaffen, „doch das Flugwetter lässt derzeit eine Erkundung aus der Luft nicht zu.“



In Hofstetten ist die Feuerwehr zur aktuellen Stunde damit beschäftigt den Bereich Brunnhof mit Sandsäcken abzusichern. An dieser Stelle ist die Pielach bereits einen halben Meter über der Straße. Einsatzleiter Walter Bugl appelliert an die Autofahrer die Hochwassersperren auch tatsächlich einzuhalten. „Bereits um 6 Uhr mussten wir einen slowakischen Lenker aus den Fluten befreien“, berichtet Bugl.

Auch in Obergrafendorf werden bereits Sandsäcke für eine mögliche Überflutung vorbereitet. Die größte Firma des Pielachtals - Constantia Teich - rüstet sich ebenfalls für einen Hochwasser-Einsatz.

B 39 ist ab Hofstetten-Grünau gesperrt

In Rabenstein blieb man vorerst noch vom ärgsten verschont. „Die Maßnahmen, die wir in den letzten Jahren getroffen haben, greifen bis jetzt noch“, informiert Bürgermeister Kurt Wittmann. Auch wenn der aufgebaute Hochwasserschutz bis jetzt noch hält, befürchtet der Ortschef schlimmeres: „Kommen wir an die Marke eines 30-jährigen Hochwassers wissen wir nicht was passiert.“

Seit den Morgenstunden werden auch in Kirchberg Sandsäcke ausgegeben

„Wir sind an einem kritischen Punkt angekommen. Jetzt müssen wir abwarten und hoffen, dass es besser wird“, erklärt Tourismusobmann Gerhard Hackner. Ein Hochwasserschutz wurde auch in der Loich, hier speziell im Ortsteil Dobersnig aufgebaut.

Ganaus befürchtet 100-jähriges Hochwasser

Abschnittsfeuerwehrkommandant Andreas Ganaus befürchtet aktuell ein 100-jähriges Hochwasser. In Schwarzenbach werden zurzeit ältere Personen mit Nahrungsmitteln versorgt, der Höhepunkt der Regengüsse wird für Samstagabend erwartet.

Vonseiten der NÖVOG musste der Schienenersatzverkehr eingestellt werden. Aktuelle Informationen gibt es auf der Homepage der NÖVOG. 

Mehr zum Hochwasser lesen Sie ausführlich in der nächsten Pielachtaler NÖN.