Hohe Strafen für Schnellfahrer. Per 1. September wurden Strafen verdoppelt, auch der Führerschein ist länger weg.

Von Eva Hinterer. Erstellt am 08. September 2021 (05:10)
Raser Symbolbild
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Kfz-Lenker, die die vorgeschriebenen Geschwindigkeitslimits im Ortsgebiet oder im Freiland massiv überschreiten, müssen ab sofort mit deutlich längerem Führerscheinentzug rechnen: Je schneller, desto länger ist der Schein weg. Im Wiederholungsfall dauert die Zeit ohne Führerschein mindestens drei Monate.

Die Änderungen in der Straßenverkehrsordnung und im Führerscheingesetz beziehen sich primär auf eine massive Überschreitung der Tempolimits. Und, so sagt ÖAMTC-Chefjurist Martin Hoffer: „Es geht auch darum, wirksam gegen illegale Straßenrennen vorgehen zu können.“ Die seien in vielen Gemeinden zu einer großen Belastung und Gefahrenquelle geworden. Ab sofort kann mehr gegen rücksichtslose Rowdys unternommen werden.

Entscheidend, so der ÖAMTC, sei aber die Dichte der Überwachung durch die Exekutive, denn nur die Strafdrohungen allein schrecken echte Raser nicht ab. Daher plädiert der Mobilitätsclub dafür, dass bei Lasermessungen eine entsprechende Fotodokumentation der Geschwindigkeit und des Kennzeichens stattfindet, um Ablesefehler zu vermeiden.

Unterschiedliche Regelungen in Bundesländern

Das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV) begrüßt zwar die neuen Sanktionsmöglichkeiten für Raser, allerdings greife das Paket zu kurz. „Weiterer Handlungsbedarf in Bezug auf verstärkte wirkungsvolle Maßnahmen ist gegeben“, erklärt Othmar Thann, Direktor des KFV. Solche wirkungsvollen Maßnahmen bestehen lauf KFV etwa in einer Anhebung der Mindeststrafen für exzessive Raser.

Außerdem wird ein bundesweit einheitlicher Strafkatalog für Anonymverfügungen und Organmandate mit angemessenen Strafsätzen gefordert. Derzeit gelten nämlich in allen Bundesländern andere Regelungen. Wer etwa in Wien eine Verkehrsübertretung begeht, muss mit einem anderen Strafausmaß rechnen als in Niederösterreich.

Auch fordert der KFV eine strenge Bestrafung von kindersicherheitsgefährdendem Verhalten im Straßenverkehr. Seit beinahe zehn Jahren sei keine konkrete Maßnahme zum Schutz von Kindern im österreichischen Straßenverkehr mehr verordnet worden, bemängeln die Experten.

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