St. Pölten

Erstellt am 13. März 2018, 10:02

von APA Red

Freispruch für 20-Jährigen. Urteil rechtskräftig: Erstangeklagter enthaftet und der Prozess gegen vier Beschuldigte wurde vertagt.

Am ersten Verhandlungstag waren bereits zwei Männer im Alter von 20 und 23 Jahren, die wie der Erstangeklagte seit dem Vorjahr in U-Haft saßen, zu je zwei Jahren, davon 16 Monate bedingt, verurteilt worden. Da die beiden den unbedingten Teil ihrer Strafe bereits verbüßt hatten, wurden sie enthaftet.  |  APA

Im Terrorprozess in St. Pölten hat es am Dienstag ein weiteres Urteil gegeben. Der 20-jährige Sechstangeklagte wurde rechtskräftig freigesprochen. Das Verfahren gegen vier junge Männer wurde zur Einvernahme von nicht erschienenen Zeugen vertagt, ein neuer Termin steht noch nicht fest. Der Erstangeklagte wurde nach einer Haftprüfungsverhandlung am Nachmittag gegen gelindere Mittel enthaftet.

Zwei der ursprünglich sieben Angeklagten waren beim Prozessauftakt am 15. Februar zu zwei Jahren teilbedingter Haft verurteilt worden. Bei der Fortsetzung gegen fünf Beschuldigte am Dienstag wurden zahlreiche Zeugen befragt. Der Richter begründete den anschließenden "klaren Freispruch" für den Sechstangeklagten damit, dass die Beweislage gegen ihn am dürftigsten sei.

Dem 20-Jährigen war wie seinen Mitangeklagten Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung und dem Verbrechen der kriminellen Organisation vorgeworfen worden. Die jungen Männer im Alter von 19 bis 24 Jahren sollen laut Staatsanwaltschaft u.a. 2017 eine Reise nach Syrien geplant haben, um für die Terrormiliz "Islamischen Staat" (IS) zu kämpfen, und sich wechselseitig in ihrer radikalisierten Einstellung bestärkt haben.

Dem 20-jährigen Erstangeklagten wurde auch ein geplanter Raubüberfall auf ein Waffengeschäft in St. Pölten angelastet. Er war vor rund einem Jahr festgenommen worden und saß vor der Verhandlung am Dienstag als einziger der fünf Angeklagten in Untersuchungshaft, nun wurde er auf freien Fuß gesetzt.