Entzünden eines Feuers im Wald ist generell verboten. Das Entzünden eines Feuers im Wald - und bei Verhältnissen, die einen Brand begünstigen könnten, auch in Waldnähe - ist laut Forstgesetz prinzipiell verboten. Ausnahmen gelten nur für die Eigentümer, Forstorgane oder, wenn man eine ausdrückliche Genehmigung hat.

Von Redaktion, APA. Erstellt am 24. Juli 2019 (11:22)
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Symbolbild

Dennoch erlassen viele Bezirkshauptmannschaften bei entsprechender Gefährdungslage eine eigene Verordnung, die Feuer generell verbietet.

Explizit angeführt wird im österreichischen Forstgesetz auch, dass man keine Zündhölzer und Rauchwaren wegwerfen darf. Feuer müssen beaufsichtigt und vor dem Verlassen sorgfältig gelöscht werden.

Hintergrund für eigene Feuerverbots-Verordnungen ist weniger die Verschärfung von Auflagen für Eigentümer oder Ausnahmegenehmigungsbesitzer, sondern Bewusstseinsbildung, war auf APA-Anfrage aus mehreren Ämtern zu hören. Die Menschen sollen damit auf die Gefahr aufmerksam gemacht werden.

Oberösterreich

In Oberösterreich wurde bereits in fast allen Bezirken eine solche Verordnung erlassen - auch in städtischen. Einzige Ausnahmen sind Eferding und Grieskirchen sowie Steyr-Land und Steyr-Stadt. Wenn die Gefährdungslage weiter steigt, könnten auch diese Bezirksbehörden nachziehen.

Vor allem im Süden des Bundeslandes kommt es immer wieder zu Waldbränden, die wegen der Unzugänglichkeit der betroffenen Areale und, weil unterirdisch Wurzeln und Erde vor sich hin glosen, schwer zu löschen sind - so etwa Anfang Juli ein Wald- und Erdbrand am Gipfel des Almkogels nahe St. Lorenz (Bezirk Vöcklabruck). Im Vorjahr hatte ein vermutlich durch eine achtlos weggeworfene Zigarette ausgelöster Waldbrand entlang der Echernwand oberhalb von Hallstatt (Bezirk Gmunden) die Feuerwehren tagelang in Atem gehalten.

Niederösterreich

In Niederösterreich sind in allen Bezirken mit Ausnahme von Waidhofen an der Thaya und Gmünd Waldbrandverordnungen in Kraft, hieß es auf Anfrage aus dem Büro von Landeshauptfrau-Stellvertreter Stephan Pernkopf (ÖVP). In den beiden Regionen ohne Feuerverbot werde die Lage derzeit genau beobachtet.

Der umfangreichste Waldbrand der vergangenen Wochen ist im Bundesland am 6. Juli in Kleinzell (Bezirk Lilienfeld) in Folge eines Blitzschlages entstanden. Eine Fläche von rund zwei Hektar stand in Flammen, 120 Feuerwehrleute aus drei Bezirken waren über mehrere Stunden hinweg mit den Löscharbeiten beschäftigt.

Wien

In Wien ist seit Anfang Juli ein Rauch- und Grillverbot aufrecht, informierte Herbert Weidinger, stellvertretender Leiter der Abteilung Forst- und Landwirtschaftsbetrieb der Stadt Wien. Auch sonst ist das Hantieren mit Feuer nicht erlaubt. Die Anordnung gilt für Waldareale und die Donauinsel und wird erst bei nachhaltigen Regenschauern aufgehoben.

"Wir kontrollieren das laufend", berichtete Weidinger. Wird man ertappt, kann das sehr teuer werden. Ein Beispiel: Wer auf der Donauinsel beim Grillen oder Rauchen erwischt wird und sich uneinsichtig zeigt, muss laut Forstgesetz mit einer Geldstrafe von bis zu 7.270 Euro oder vier Wochen Ersatzfreiheitsstrafe rechnen.

Burgenland

Im Burgenland hat es in den vergangenen Wochen vereinzelt kleinere Wald- und Flurbrände gegeben. Von einem vermehrten Auftreten könne aber keine Rede sein, berichtete die Landessicherheitszentrale. Dennoch wurden in manchen Regionen zur Sicherheit Verordnungen zur Waldbrandgefahr erlassen, etwa in den Bezirken Eisenstadt-Umgebung und Neusiedl am See. Auffälliger als die Waldbrände seien derzeit aber die vermehrten Strohpressenbrände, hieß es aus der Landessicherheitszentrale. Auch bei diesen spiele die Trockenheit eine Rolle.

Steiermark

In der Steiermark haben alle Bezirke inklusive der Landeshauptstadt Graz ein Verbot des Feuermachens verhängt. Dies umfasst ein Rauchverbot, ebenso ist das Entzünden von Feuern in Wäldern und im näheren Gefahrenbereich untersagt. "Wir sind immerhin schon in der dritten Hitzewelle, die Böden sind trocken", sagte Landesforstdirektor Michael Luidold. Rund 90 Prozent aller Waldbrände würden vom Menschen verursacht, Blitzschlag sei vor allem in entlegenen Regionen ein weiterer Auslösefaktor. Seit Wochenbeginn hat es alleine am obersteirischen Stoderzinken zwei Waldbrände in steilem, unwegsamen Gelände gegeben.

Salzburg

In Salzburg sind in den vergangenen Tagen in den ersten beiden der sechs Bezirke im Bundesland Waldbrandverordnungen in Kraft getreten - im Pinzgau und im Lungau. Die ohnehin angespannte Situation dürfte sich durch das prognostizierte heiße Wetter weit über diese Woche hinaus weiter verschärfen. In den beiden Bezirken ist es zuletzt bereits zu kleineren Waldbränden gekommen.

"Durch den extrem trockenen Juni und die starke Verdunstung sind die Böden nicht mehr ausreichend durchfeuchtet", sagte Meteorologe Bernhard Niedermoser von der ZAMG. Das hätten auch die Niederschläge im Juli nicht wettgemacht. "Man findet derzeit speziell inneralpin im Wald kaum Pfützen oder Wasser in den Bächen." Und: "Auch die Eierschwammerl sind heuer sehr rar" - ein Indiz für die allgemeine Trockenheit. Dennoch könnte die Situation schlimmer sein. "Ohne den schneereichen Winter hätten wir heuer wirklich ein Problem."

Kärnten

In Kärnten ist in allen Bezirken das Feueranzünden und Rauchen im Wald und in Waldnähe verboten, informierte die Landesalarm- und Warnzentrale sowie die Stadtpresse Klagenfurt. Diesen Sommer hatte es bereits einige Waldbrände im Bundesland gegeben. So etwa im Bezirk Klagenfurt-Land, als Anfang Juni ein Feuer im Gemeindegebiet von Zell Feuerwehren aus weiten Teilen Kärntens mehrere Tage lang in Atem hielt. Am 17. Juli wurde ein weiterer Brand im Sattnitzmassiv gemeldet, der aber rasch unter Kontrolle gebracht wurde. Am vergangenen Wochenende brach ein Waldbrand in schwer zugänglichem Gebiet oberhalb von Oberdrauburg (Bezirk Spittal an der Drau) aus, der aus der Luft bekämpft werden musste. Und eine Fläche von etwa eineinhalb Hektar Wald ging Anfang Juli in St. Stefan im Gailtal in Flammen auf.

Tirol

In Tirol bestand noch keine akute Waldbrandgefahr, weswegen auch keine aktive Waldbrandverordnung vorliegt, hieß es vom Land. Wie Christian Schwaninger von der Abteilung Waldschutz erklärte, herrscht in Tirol im Tal die Gefährdungsstufe zwei von vier. Das bedeutet, dass nur eine einzelne Flamme einen Brand entfachen kann.

Vorarlberg

In Vorarlberg gab noch keine außertourlichen Feuerverbote. Im Büro des zuständigen Landesrats Christian Gantner (ÖVP) hieß es, man verweise auf die Forstbestimmungen und finde damit das Auslangen.