ÖAMTC-Tipps: Gefahren einschätzen und richtig reagieren. Wenn der erste Schnee fällt und die Straßen glatt werden, ist besondere Vorsicht hinter dem Steuer geboten.

Von Redaktion noen.at. Erstellt am 15. November 2019 (10:21)
ÖAMTC/Wolfgang Grube

Im vergangenen Jahr passierten in Österreich auf Schnee, Schneematsch und Glatteis 1.586 Unfälle mit Personenschaden. Dabei wurden 2.108 Personen verletzt und 14 getötet (Quelle: Statistik Austria, Bearbeitung: ÖAMTC-Unfallforschung).

"Schon bei Temperaturen oberhalb der Null-Grad-Grenze kann sich gefährliches Glatteis bilden", erklärt Roland Frisch, Pkw-Chefinstruktor der ÖAMTC Fahrtechnik. Angepasste Fahrgeschwindigkeit ist daher das Gebot der Stunde, denn der Bremsweg auf einer glatten Fahrbahn kann sich um kaum vorstellbare Ausmaße verlängern. "Bei Tempo 130 beträgt der Bremsweg auf glatter Fahrbahn 435 Meter. Für diese Strecke braucht man zu Fuß rund sieben Minuten", rechnet Frisch eindrücklich vor.

Bei guten Bedingungen kann man auf einer trockenen Freilandstraße 100 km/h fahren. Wenn die Fahrbahn nass ist, muss man die Geschwindigkeit des Fahrzeuges bereits um 30 Prozent reduzieren. Im Falle einer Schneefahrbahn gilt es, diese zu halbieren, und bei Eis muss man um 70 Prozent langsamer fahren, damit der Bremsweg unverändert bleibt.

Tipps für eine sichere Fahrt durch Schnee und Eis

  1. Abstand vergrößern und Geschwindigkeit reduzieren. Überholmanöver sollten vermieden werden.
  2. Gefühlvoll und vorsichtig lenken, bremsen und beschleunigen. "In Kurven oder beim Spurwechsel können abrupte Fahrmanöver zu einem Ausbrechen des Fahrzeuges führen", warnt der Pkw-Chefinstruktor der ÖAMTC Fahrtechnik.
  3. Mehr Fahrzeit einplanen. "Wer unter Stress steht, fährt unachtsamer. Daher sollte man im Winter generell mehr Fahrzeit einplanen", so Frisch.
  4. Sollte man ins Schleudern geraten: "Fuß weg vom Gas, auskuppeln und in die Fahrtrichtung lenken", erklärt der Profi. "Wenn das Fahrzeug über ABS verfügt, kann man gleichzeitig bremsen und lenken. Bei Fahrzeugen ohne ABS sollte während des Gegenlenkens nicht gebremst werden."
  5. Eine Faustregel lautet: Wohin man blickt, lenkt man auch.
  6. Bei Fahrzeugen mit ESP: Das elektronische Stabilitätsprogramm (ESP) muss aktiviert bleiben, damit das Auto nicht ins Schleudern kommt. Ohne ESP kann das Heck ausbrechen oder das Fahrzeug über die Vorderachse rutschen.
  7. Besondere Vorsicht gegenüber schwächeren Verkehrsteilnehmern, die mit schlechter Sicht und winterlichen Fahrbahnverhältnissen Probleme haben. "Im Ortsgebiet sollte man besonders an Fußgängerübergängen, Haltestellen oder bei Schulwegen besonders vorsichtig fahren", empfiehlt Roland Frisch.
  8. Route richtig wählen: Hauptverbindungsstraßen werden besser und schneller von Schnee geräumt als Nebenfahrbahnen. Bei extremen Wetterbedingungen ist es ratsam, die Fahrt zu verschieben.

Ein ÖAMTC Fahrtechnik Training gibt Sicherheit für den Winter. Mehr Infos dazu unter: www.oeamtc.at/fahrtechnik