Bergrettung: Keine riskanten Bergsportaktivitäten!. Prachtvolles Osterwetter und der Drang, den eigenen vier Wänden zu entkommen, locken viele Menschen in die Berge. Daher rechnen Alpinpolizei und Österreichischer Bergrettungsdienst vermehrt mit Aktivitäten im unwegsamen und alpinen Gelände. Und sie warnen: Es gilt, Ressourcen zu schonen - die in den Spitälern und die der Retter.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 08. April 2020 (18:49)

Unfälle im alpinen  Gelände gehen meist mit schweren Verletzungen und längeren Spitalsaufenthalten einher, weshalb auch das Land Niederösterreich zu erhöhter Aufmerksamkeit aufruft. Spitalsbetten und Ressourcen müssen in dieser kritischen Phase geschont werden. 

Zusätzlich erfordern bodengebundene Bergrettungseinsätze den Einsatz vieler Retter. Entsprechend ergibt sich
auch hier ein erhöhtes Infektionsrisiko, sowohl für die Verunfallten, als auch für die eingesetzte Rettungsmannschaft. 

"Können meist Corona-Richtlinien nicht Folge leisten"

„Ein Bergrettungseinsatz in Zeiten erhöhter Ansteckungsgefahr mit Covid-19 bedeutet für unsere Bergretterinnen und Bergretter in den meisten Fällen, den Corona-Richtlinien nicht Folge leisten zu können“, Landesleiter Bergrettung Niederösterreich/Wien Matthias Cernusca. Das betrifft etwa die gemeinsamen Einsatzvorbesprechungen, die derzeit nicht mehr im Persönlichen geführt werden, oder die Abstände, die bei der Patientenbetreuung sowie Seilbergungen im alpinen Gelände meist nicht einzuhalten sind. 

Gute Ergebnisse der bisherigen Maßnahmen nicht torpedieren

„Die Maßnahmen der Bundesregierung und Verordnungen der Landesregierungen haben Mithilfe der
Bevölkerung sehr gute Ergebnisse der Verbreitungs-Reduzierung des Virus hervorgebracht. Die bestehenden Verkehrs- und Ausgangsbeschränkungen bleiben erhalten, so auch der Appell der Bergrettung auf gefährliche Alpintouren zu verzichten“, Stefan Hochstaffl, Präsident Österreichischer Bergrettungsdienst. 

„Generell wird bei Outdooraktivitäten, speziell im alpinen Gelände, auf die Vernunft des Einzelnen appelliert, um
das Verletzungsrisiko möglichst gering zu halten – dabei gilt es weiterhin, die Verhaltensmaßnahmen COVID-19 konsequent zu beachten und somit die Ansteckungsgefahr zu minimieren“, Michael Hochgerner, Leiter der Alpinpolizei.