Bezirk Gmünd

Erstellt am 06. Februar 2019, 08:03

von Karin Pollak

Zu dick für Waffe und Zivildienst?. Herausforderung für die Kaserne: Immer mehr 18-Jährige untauglich.

Symbolbild

Mit einem „Untauglich“ endet die „Musterung“ bei immer mehr jungen Männern, die sich für ihren Wehrdienst oder Zivildienst untersuchen lassen müssen. In den Kasernen, beim Roten Kreuz und anderen Institutionen gehen dadurch schön langsam die jungen Mitarbeiter aus. Die NÖN durchleuchtete die Situation im Bezirk Gmünd.

Während das Rote Kreuz Niederösterreich für den Dienstbeginn im April noch über 70 Plätze für Zivildiener frei hat, können im Bezirk Gmünd alle verfügbaren Zivildienstplätze besetzt werden. Das bestätigen sowohl die Rot-Kreuz-Dienststellen als auch die Pflegeheime. „Insgesamt rücken vier Mal im Jahr fünf Zivildiener in Gmünd, jeweils drei in Litschau und Weitra ein. Es sind also insgesamt elf Zivildiener pro Einrückungstermin in den Rot-Kreuz-Stellen im Bezirk“, zeigt der Bezirksstellenleiter des Roten Kreuzes Gmünd, Klaus Rosenmayer, auf.

Die notwendigen Zivildiener sind also vorhanden, auch die Nachfrage dazu: „In Gmünd und Weitra ist der nächste freie Zivildienstplatz im April 2020, in Litschau ist noch ein Platz im Juni 2019 frei.“

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Ähnlich ist die Situation in den Pflegeheimen Schrems, Litschau und Weitra. „Wir haben derzeit zwei Zivildiener in Schrems und drei in Litschau. Das freiwillige soziale Jahr, gekoppelt mit dem Zivildienst, absolviert jeweils ein Jugendlicher in unseren beiden Heimen“, erklärt Heimdirektor Johann Deinhofer.

Problematischer ist die Situation in der Kuenringerkaserne Weitra. „Wir brauchen Rekruten, um den Dienstbetrieb in unserer Kaserne aufrecht erhalten zu können. Die genaue Anzahl der uns vielleicht fehlenden Rekruten ist noch nicht genau einschätzbar. Eine Unterstützung durch das Militärkommando Wien bzw. durch die Landesverteidigungsakademie wurde uns zugesagt. Unabhängig davon müssen wir schauen, wo Einschränkungen überhaupt möglich sind“, zeigt Reinhard Bachner auf. Ein Dienstbetrieb ohne Rekruten werde schwierig, erst diese Woche sind in der Lehrkompanie 114 Kursteilnehmer für die „Kaderauswärterausbildung 2“ eingerückt.

Eine Lösung des Problemes mit immer mehr untauglichen jungen Männern, die wegen ihres Übergewichtes oder den körperlichen und psychischen Problemen ihren Wehr- oder Zivildienst nicht antreten können (Gründe siehe rechts oben), sieht AK-Vizepräsident Josef Hager: „Es gibt einen Unterschied zwischen Bundesheer- und Zivildienst-Tauglichkeit. Sind wirklich alle, die bei der Stellung für den Dienst an der Waffe untauglich sind, ebenso untauglich, einen Dienst z.B. im Rettungsdienst zu leisten? Die sinnlose Koppelung der Untauglichkeit auch gleichzeitig für den Zivildienst muss dringend überdacht werden.“

Damit ist Ärztin Karoline Tauchmann, die neben ihrer Arztpraxis in Weitra auch als Militärärztin in der Kuenringerkaserne Weitra und Notärztin beim Roten Kreuz fungiert, nicht ganz einverstanden. „Natürlich muss ein junger Mensch für den Wehr- als auch Zivildienst körperlich geeignet sein. Beim Wehrdienst geht es um sich selbst, die eigene Gesundheit und Fitness. Beim Zivildienst übernimmt man Verantwortung gegenüber einem Patienten oder einem Unfallopfer, und das in Ausnahmesituationen. Außerdem kann schon ein Krankentransport körperlich sehr fordernd sein.“

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