Klima und Mensch ändern Tierwelt. Die Rückkehr und Neuansiedelung bestimmter Tierarten kann problematisch werden.

Von Monika Gutscher und Helga Urbanitsch. Erstellt am 20. Februar 2019 (03:17)
Shutterstock -Bildagentur
Mehrere Wolfsrudel leben mittlerweile in Niederöstereich. Die Anzahl steigt rapide an.

Elch, Bär und Wolf kehren zurück nach nach Niederösterreich. Obfrau der Königstetter FUER (Freiwillige Umwelt-Erhaltung und -Rettung) Gertraud Grabherr freut sich darüber: „In Zeiten massiver biologischer Verarmung, wo uns bereits Insekten und Vögel in dramatischen Zahlen wegsterben, freue ich mich als Biologin grundsätzlich, wenn es solche Rückkehrer schaffen, ihr Territorium zurückzuerobern.“ Allerdings gibt es auch Probleme im Bezirk, denn „einige Nutztierhalter haben Probleme, die aber mit entsprechender politischer Unterstützung (nämlich fachliche Beratung und finanzielle Unterstützung) zu lösen wären.“

Die Natur vertrage die Rückwanderer. Ein Problem können allerdings eingeschleppte Arten sein, die ökologisch hier nicht eingepasst sind. Bezirksjägermeister Alfred Schwanzer kennt die Problematik genau: „Invasive Arten, wie zum Beispiel der Waschbär, der Nutria, der Marderhund aus Asien und auch der Mink (amerikanischer Nerz), der durch Einsatz von Tierschützern gegen Pelzfarmen in NÖ freigesetzt wurde, vermehren sich stark und verdrängen heimische Arten oder Ökosysteme.“ Sie dürfen unter Einhaltung gewisser Regeln bejagt werden. Wenn Elche aus nördlichen Regionen zu uns kommen, sind das meistens junge Einzelgänger, die neue Lebensräume suchen. „Mehrere Wolfsrudel leben mittlerweile in NÖ, die Anzahl steigt rapide an“, so Schwanzer, „allerdings dürfen Elch, Wolf und Bär nicht bejagt werden.“

Auch Vogelarten wie etwa der Bienenfresser wandern zu. Sie profitieren eindeutig vom Klimawandel. Andere Arten wiederum kommen wegen Konkurrenz mit anderen Arten oder, weil (bei Zugvögeln) ihre angeborene Zeiteinteilung durcheinander kommt, in Bedrängnis.

Auch etliche Insekten (z.B. Gottesanbeterin und Weinhähnchen) verbreiten sich mit dem Klimawandel in ehemals kältere Gefilde. Aber gerade bei den Insekten (wie auch bei den Pflanzen) ist der menschliche Einfluss viel bedeutsamer als der des Klimawandels.

Weiters zeigte Gertraud Grabherr auf: „Der bisherige Umgang in Niederösterreich (z.B. Fischotter) ist ein Musterbeispiel, wie man es nicht machen soll.“

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