Wolfgang Straub: „Probleme nur durch den Wolf“. NÖ Jagd-Delegierter Wolfgang Straub will landwirtschaftliche Tierhaltung schützen.

Von Christoph Hornstein. Erstellt am 20. Februar 2019 (03:26)
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Probleme gab es im Bezirk Tulln nur mit dem Wolf. Er hat zahlreiche Schafe und einige Rehe gerissen.

Die NÖN befragte den Delegierten des NÖ Landesjagdverbandes und früheren Bezirkshauptmann Wolfgang Straub über die Problematik der Wildtiere im Bezirk.

NÖN: Wie bewerten Sie die Rückkehr der Wildtiere?
Wolfgang Straub: Nach NÖ und OÖ wechseln selten, aber regelmäßig Elche aus Tschechien in unseren Grenzbereich. Sie stellen aber grundsätzlich kein Problem dar. Einzelne Wölfe wurden in Klosterneuburg und in anderen Gemeinden des Tullner Bezirkes gesichtet. Diese dürften jedoch aus dem Süden zugewandert sein. Luchse gibt es in NÖ, insbesondere in den nördlichen Grenzgebieten. Aber auch im Alpenvorland wurden sie gesichtet. In Klosterneuburg ist kein Vorkommen nachgewiesen. Braunbären sind derzeit in NÖ nicht bekannt. Aus dem Süden wandern aber regelmäßig Bären nach Österreich ein. Es ist nicht auszuschließen, dass auch wieder einige bis nach NÖ ziehen.

NÖN
Der Delegierte des NÖ Landesjagdverbandes Wolfgang Straub.

NÖN: Gab oder gibt es Probleme im Bezirk?
Wie bekannt, nur durch den Wolf. Steigt die Population, werden in Zukunft mehr Schäden in der landwirtschaftlichen Tierhaltung erwartet.

Verträgt die Natur Zuwanderer?
Bei Elch, Bär, Luchs sind keine Probleme zu erwarten. Kein klares „Ja“ dazu zum Wolf. Es gibt bis auf wenige „Flecken“ keine unberührte Natur mehr. Unsere Natur verträgt diese Zuwanderer – bis in wenigen kleinen Bereichen – kaum mehr.

Wie sollte man auf entscheidender Ebene damit umgehen?
Die Rückkehr des Wolfes ist keine Frage des Artenschutzes, sondern längst eine Frage mit gesellschaftspolitischer Relevanz. Der Wolf ist aufgrund der Gesamtbestandszahlen in Europa keine vom Aussterben bedrohte Tierart. Es wird viel Sachverstand, Engagement und staatliche Unterstützung brauchen, wenn die landwirtschaftliche Tierhaltung in Wolfsgebieten möglich bleiben soll.

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