Hirtenwort zur Adventzeit

Erstellt am 30. November 2022 | 05:07
Lesezeit: 3 Min
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Der Salzburger Erzbischof Franz Lackner ist Vorsitzender der österreichischen Bischofskonferenz, die mit ihrem Hirtenwort Mut machen will.
Foto: Markus Langer
Auszüge aus dem Hirtenwort der österreichischen Bischöfe zum Advent.

Zum Beginn der Adventzeit haben die österreichischen Bischöfe unter dem Titel „Werft eure Zuversicht nicht weg“ ein Hirtenwort herausgegeben. Gerade in diesen Zeiten brauche es „die klare Entscheidung zum Miteinander, sodass niemand übersehen wird oder auf der Strecke bleibt“, heißt es. Das Hirtenwort benennt Grundhaltungen, „damit die Quelle der Zuversicht in unserer Gesellschaft nicht versiegt“. Hier einige Auszüge:

Einfühlung und Solidarität

„Nach vielen sozialen Verwerfungen und gegenseitigen Beschuldigungen ist es wichtig, das Vertrauen zueinander neu zu lernen. Mitgefühl lässt uns erkennen, dass wir zusammengehören. Einfühlung bedeutet, sich in die Situation anderer Menschen hineinzudenken und deren Bedürfnisse und Grenzen in den Blick zu nehmen. Dazu braucht es lebendige und belastbare Gemeinschaften. Diese wollen wir stärken. Nichts scheint angesichts der Bedrängnisse unserer Zeit wichtiger zu sein, als das Verbindende zu suchen. Solidarität ist damit kein Fremdwort.“

Zuversicht und Gottvertrauen

„Es fällt niemandem leicht, die momentane Ungewissheit und die vielen offenen Fragen auszuhalten. Woher kommt denn eine verlässliche Hoffnung, woher eine echte Lebensfreude? Zuversicht ist jedenfalls mehr als ein naiver Optimismus. Wer zuversichtlich lebt, hat einen klaren Blick auf den Ernst einer Situation, lässt sich aber nicht davon lähmen. Zuversicht gibt Mut zum Handeln und wirkt ansteckend auf andere. Mit großer Dankbarkeit blicken wir auf die vielen Menschen, die in Beruf oder Ehrenamt anpacken, trösten, begleiten, helfen oder durch ihre Spende Menschen in Not unterstützen. Zuversicht ist eine innere, stille, von Gott geschenkte Kraft, die neue Energien des Herzens freilegt. Zuversichtliche Menschen stärken sich gegenseitig.“

Sich und andere aufrichten

„Der Advent ist für uns alle die kostbare Zeit, um das Vertrauen in die tröstende Gegenwart Gottes zu erneuern. Darin erschließt sich uns die Quelle aller Zuversicht. In Jesus ist unsere Zuversicht begründet, dass nicht Hass und Krieg das letzte Wort haben, sondern ein Friede, der jede Entzweiung überwinden kann. Mit dieser Gewissheit können wir uns selbst und andere aufrichten.“