Das Lachen im Spital ist wieder zurück. Generalsekretärin Liane Steiner aus Traisen (Bezirk Lilienfeld) über das Ende des Besuchsverbots und das 30-jährige Jubiläum der lustigen „Doktoren“.

Von Walter Fahrnberger. Erstellt am 11. Juni 2021 (05:18)
Generalsekretärin Liane Steiner feiert heuer mit ihrem Team das 30-jährige Jubiläum der CliniClowns. Die bald 60-Jährige aus Traisen geht mit Jahresende in Pension, bleibt dem Verein aber weiter erhalten.
Philipp Enders, Philipp Enders

Seit der Vorwoche ist es wieder so weit. Nach dem corona-bedingten Besuchsverbot dürfen die CliniClowns wieder für Lachen bei kranken Kinder in den Spitälern und bei Menschen in Pflegeheimen sorgen. Das vermeldete die aus Traisen stammende Generalsekretärin des Vereins, Liane Steiner, direkt aus dem Wiener AKH, wo sie zurzeit nach einer Knie-OP selbst das Krankenbett hüten muss. Genau dort nahm die Idee der Clini-Clowns vor 30 Jahren ihren Ursprung. Denn zuvor schien sich das aus Amerika transferierte „Hospital Clowing“ bei uns nicht durchzusetzen.

„Es ist wichtig, dass die Kinder aus dem Spitals-Alltag herausgeholt werden.“Liane Steiner

„Alles was das AKH menschlicher macht, muss man probieren“, hatte jedoch der damalige Wiener Bürgermeister Helmut Zilk im Jahr 1991 gemeint. In der Hoffnung, das Image des größten Krankenhauses nach dem AKH-Skandal aufzupolieren. Damit war die Geburtsstunde der selbst ernannten „Pioniere der Lachtherapie“ eingeläutet.

Bereits ein Jahr später, 1992, starteten die Clowns im Klinikum St. Pölten. Mittlerweile sorgen sie auch in den Landeskliniken Amstetten und Zwettl sowie in den Pflegeheimen in Kirchstetten, Melk sowie im „Umdasch-Haus“ Amstetten für freudige Abwechslung mit ihren zwei- bis dreistündigen Visiten.

„Unsere Arbeit ist in den Einrichtungen mittlerweile nicht mehr wegzudenken. Es ist wichtig, dass die Kinder aus dem Spitals-Alltag herausgeholt werden“, sagt Steiner. Immer größer wird der Bedarf auch in den Alters- und Pflegeheimen. Vor allem, um gegen Einsamkeit und soziale Isolation vorzubeugen und den Erhalt der intellektuellen Fähigkeiten bei den älteren Menschen zu fördern, weiß Liane Steiner, die heuer 60 Jahre alt wird und mit Jahresende in Pension geht.

Insgesamt 31 Clowns – allesamt Freiberufler – sind in Wien und Niederösterreich als Spaßmacher im Einsatz. Unter ihnen sind Künstler und Schauspieler ebenso zu finden wie viele Pädagogen. Mitzubringen sind in dieser Tätigkeit vor allem soziale Kompetenz, sehr viel Einfühlungsvermögen und Empathie.

Geschichten, die unter die Haut gehen

Bevor „Doktor Rotznase“ oder „Doktorin Dingsbums“ – jeweils als Paar einmal pro Woche – ordinieren dürfen, müssen sie eine eineinhalbjährige berufsbegleitende Ausbildung absolvieren. Dort lernen sie viel über Improvisation, Clownerie, Krankenhaushygiene und den Umgang mit Sterbenden. „Nicht jeder ist dem gewachsen“, so Steiner. Dennoch gäbe es genug Bewerber.

Geschichten, die Clini-Clowns erzählen, gehen unter die Haut. So besteht oft noch Kontakt zu genesenen Kindern, oder es wurden kleinen Patienten letzte Wünsche vor deren Tod erfüllt. „Es geht ums Leben, bis zum letzten Augenblick. Solange jemand lebt, darf er lachen“, betont Steiner. „Dank der Medizin“, sagt sie, „überleben heute zum Glück 90 Prozent der krebskranken Kinder im St. Anna Kinderspital, früher sind 80 Prozent gestorben.“

Finanziert wird die Organisation vorwiegend von Sponsoren. Dafür gibt es langfristige Firmenpartnerschaften. Eine, die für die Visiten in St. Pölten aufkommt, wird noch gesucht. Hier einen Sponsor zu finden, wäre für die Generalsekretärin eines der schönsten Geschenke zum 30-jährigen Jubiläum.

Spenden an „CliniClows Austria“ Verein . IBAN: AT32 1200 0006 5624 3300