Tulln

Erstellt am 17. Juli 2018, 01:29

von Teresa Sturm

Luzia Nistler: Donaukind mit flatternden Knien.

Beim Theaterstück „Don Juan auf Sommerfrische“ von Susanne Felicitas Wolf fungiert Luzia Nistler erneut als Regisseurin. Premiere ist am 27. Juli in der Kellergasse Großwiesendorf in der Marktgemeinde Großweikersdorf.  |  Barbara Wirl

Luzia Nistler wohnt in Tulln und geht dort regelmäßig mit ihrem Hund spazieren: „Manche Kellergassen sind so schön und inspirierend und da macht man sich Gedanken“, sagt die Oper-, Theater- und Musicalschauspielerin über die
Entstehung der Kellergassen Compagnie.

Seit 2012 spielt das Ensemble unter der künstlerischen Leitung von Nistler Komödien. Die Kellergassen am Wagram dienen als Kulisse. Momentan stecken die Darsteller mitten im Probenfinish, denn ab 27. Juli wird „Don Juan auf Sommerfrische“ in den Kellergassen von Großwiesendorf aufgeführt.

"Theater zu machen ist eine wunderschöne Aufgabe"

Dabei gibt es ganz besondere Herausforderungen. Manchmal würde die Bühne etwa kleiner ausfallen, damit die Bauern mit ihren Traktoren noch vorbeikommen. Nach so vielen Jahren Erfahrung scheinen diese Organisationsschwierigkeiten für Nistler kein Problem. Spricht sie von ihrer Arbeit, kommt die Künstlerin ins Schwärmen: „Theater zu machen ist eine wunderschöne Aufgabe.“

Nistler wurde 1988 mit der Rolle der Christine in der deutschsprachigen Uraufführung von „Phantom der Oper“ im Theater an der Wien bekannt. Sie studierte Musical und Operette und absolvierte eine Ausbildung in Gesangspädagogik an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Wien. Ihr Debüt hatte sie am Stadttheater in St. Pölten.

Mit Niederösterreich war Nistler, die verheiratet ist und zwei erwachsene Kinder hat, immer verbunden. „Es gibt in Niederösterreich so viele schöne Platzl. Vom See bis zum Gebirge. Diese Vielfalt! Ich bin ein Donaukind: Man braucht nicht weit fahren und hat so viel“, schwärmt Nistler, die in Tulln an der Donau aufgewachsen ist und dort immer noch lebt.

Vom Schauspiel in den Kellergassen geht es für Nistler bald wieder ins Musicalgenre: „Immer wieder geht man zurück zu den Wurzeln.“ Jahrelang hat sie über ein Projekt des Musikschulmanagements Niederösterreich Musical mit Jugendlichen gemacht. Am 14. September gibt es das Revival unter dem Titel „Wir sind Bühne“ in Baden. Dass Nistler, die auch Sprachtrainerin ist, vor der Moderation des Events nervös ist, ist kaum zu glauben: „Mit der Hilfe von allen wird das aber funktionieren. Abes es ist normal, wenn man die Komfortzone verlässt, dass man Knieflattern hat.“