Ferdinand Kaineder neuer Präsident der KAÖ

KAÖ-Konferenz wählte Katharina Renner und Brigitte Knell zu neuen Vizepräsidentinnen – Paul Zulehner als Geistlicher Assistent wiedergewählt

NÖN Redaktion Erstellt am 25. September 2021 | 15:26
Ferdinand Kaineder, Katharina Renner und Brigitte Knell.
Ferdinand Kaineder, Katharina Renner (Mitte) und Brigitte Knell.
 
Foto: Josef Pumberger

Ferdinand Kaineder (64) ist zum neuen Präsidenten der Katholischen Aktion Österreich (KAÖ) gewählt worden. Die Konferenz der KAÖ, die derzeit in St. Pölten tagt, wählte weiter Katharina Renner (42) und Brigitte Knell (53) zu den neuen Vizepräsidentinnen der KAÖ. Der Wiener Pastoraltheologe Paul Zulehner wurde als Geistlicher Assistent wiedergewählt. Laut den Statuten der KAÖ muss die Wahl noch von der Österreichischen Bischofskonferenz bestätigt werden.

„Netzwerk von Aufbrüchen“

Kaineder stammt aus Oberösterreich. Nach seinem Theologiestudium in Innsbruck und Linz war er in verschiedenen kirchlichen Bereichen beruflich engagiert. Seit 2019 ist er als als Kommunikationslotse, Medienexperte, Coach und Theologe selbstständig tätig. Zuvor leitete er acht Jahre lang das Kommunikationsbüro der Ordensgemeinschaften Österreichs mit Sitz in Wien und davor u.a. das Kommunikationsbüro der Diözese Linz. Von seiner Leidenschaft des Wanderns und Pilgerns zeugt sein 2009 erschienenes Buch „Mein Weg nach Assisi“. 2020 erschien im Herder-Verlag sein Buch „Anpacken nicht einpacken. Für Gemeinschaft, die begeistert“. Eines seiner zentralen Anliegen ist, „der Wechsel von einem technisch-technokratisch geprägten hinüber in ein sozial-ökologisch-spirituelles Welt- und Menschenbild." Er sieht die KA als Netzwerk von vielfältigen Vergemeinschaftungen und Aufbrüchen.“

Renner, aufgewachsen in Oberösterreich, studierte Theologie und Soziologie in Wien und dissertierte am Institut für Pastoraltheologie bei Paul Zulehner. Beruflich war sie im Bereich der Werteforschung und als Redakteurin tätig, von 2012 bis 2016 lebte sie in Brüssel und arbeitete dort als Lehrerin. Seit 2017 ist sie in der Caritas der Erzdiözese Wien im Bereich Pfarr- und Regionalbetreuung tätig. Inhaltliche Schwerpunkte sind Unterstützung von Armutsbetroffenen und Menschen auf der Flucht sowie Klimagerechtigkeit.

Katharina Renner: „Kultur des Miteinanders als Aufgabe“

Zu ihrem Engagement in der Katholischen Aktion erklärt Renner: „In den letzten Jahren wurden Themen relevant, die von uns neue Zugänge und neue Schwerpunkte verlangen. So viele Pfarren und religiöse Gemeinschaften treten für Menschenrechte, für das Recht auf Asyl und für einen angemessenen Umgang mit Menschen auf der Flucht ein. Ich bin stolz auf das, was wir hier gemeinsam leisten. Dazu gehört ein Bildungssystem, das die Interessen und Fähigkeiten über die (soziale) Herkunft stellt. Diese Kultur des Miteinanders nach außen zu tragen und sich als Multiplikatorin der Menschlichkeit zu zeigen ist eine der Aufgaben der Katholischen Aktion.“

Seit ein paar Jahren spürt man die Klimakrise auch in Österreich. „Das ist bedrückend und macht Angst, aber gleichzeitig merken wir, dass wir nicht allein sind in unserer Sorge. Es gibt einen gesellschaftlichen Konsens, dass sich etwas ändern muss. Die Katholische Aktion ist hier eine starke Stimme. Mit der Amazoniensynode, mit den Enzykliken „Laudato sí“ und „Fratelli tutti“ von Papst Franziskus „haben wir als Kirche einen Wegweiser und reichlich theologische Grundierung, wir brauchen nur zuzugreifen“.

Brigitte Knell: „Mutige Schritte in die Zukunft“

Knell, geboren in Wien, ist Pflege- und Gesundheitsexpertin. Sie sagt zu ihrem neuen Engagement: „Es braucht frische und kreative Ideen, damit wir Christinnen und Christen ehrlich und glaubwürdig von Gott erzählen. Dabei gilt es den Schwung und die Fülle an Charismen, die so viele Laien in Österreich für die Pfarren, Initiativen und Gruppen einsetzen, für die Zukunft der ganzen Kirche und der Gesellschaft fruchtbar zu machen. Geschlechtergerechtigkeit, Klimawandel und die Folgen der Pandemie sind Themen, die auch von uns Christinnen und Christen großen Einsatz und mutige Schritte in die Zukunft verlangen.“