Trauer um NÖN-Edelfeder Thomas Jorda. Nach langer schwerer Krankheit starb Prof. Thomas Jorda am Montag, 28. September, im 61. Lebensjahr. Der Badener mit Herz und Seele zählte Jahrzehnte lang zu den prägendsten Journalisten des Landes, setzte vor allem mit seinen Kritiken und hintergründigen Analysen neue Standards im Kulturjournalismus in Niederösterreich und wirkte als Chefredakteur-Stellvertreter auch entscheidend an der Weiterentwicklung der NÖN in den vergangenen Jahren mit.

Von NÖN Redaktion. Update am 29. September 2020 (19:46)
Thomas Jorda
NÖN

Bereits neben dem Studium von Jus und Katholischer Theologie begann Jorda als 18-Jähriger als freier Mitarbeiter für die NÖN in seiner Heimatstadt Baden zu arbeiten. Nach zwei Jahren als Religionslehrer an der Handelsakademie Baden wechselte Jorda 1986 als angestellter Redakteur zur NÖN. Fünf Jahre lang leitete er die Lokalredaktion in Baden, ehe er 1991 als Ressortleiter für Kunst und Medien in die NÖN-Zentrale nach St. Pölten wechselte. 1998 folgte die Ernennung zum Chef vom Dienst, 2005 stieg er zum Chefredakteur-Stellvertreter auf, 2011 wurde Thomas Jorda der Berufstitel „Professor“ verliehen.

„Wir haben nicht nur einen großartigen Journalisten und ein NÖN-Urgestein verloren, sondern auch einen großartigen und liebenswürdigen Menschen, der in unser aller Herzen für immer einen Platz haben wird“, zeigen sich die NÖN-Chefredakteure Daniel Lohninger und Walter Fahrnberger erschüttert: „Viele haben ihn geschätzt, manche haben ihn gefürchtet, er war klug, er war komisch, er war ein großer Mensch und ein großer Journalist.“

Fahrnberger und Lohninger würdigen Thomas Jorda als „einen Journalisten, der Niederösterreich in den vergangenen Jahrzehnten geprägt hat, wie kaum ein anderer“ und der großen Anteil daran hatte, dass die NÖN heute das führende Print- und Onlinemedium in Niederösterreich ist. Jorda sei nicht nur DER Kulturjournalist des Landes gewesen, sondern habe als Chefredakteur-Stellvertreter auch viele Jahre wesentlichen Anteil an der erfolgreichen Entwicklung der NÖN gehabt – zuletzt auch am 2018 erfolgten Relaunch.

Durch sein unvergleichliches Gespür für Sprache, sein enormes Fachwissen und seinen lebenslangen Versuch, sich gegen Vereinnahmungen zu wehren, habe er ganze Journalisten-Generationen geprägt – und sich zuletzt auch als Leiter der NÖN-Akademie besonders darum bemüht, die journalistischen Grundwerte auch künftigen Redakteurinnen und Redakteuren der NÖN mit auf den Weg zu geben.

"Mann mit starkem Charakter und klarer Meinung"

„Mit Thomas Jorda verliert Niederösterreich einen weit über die Grenzen unseres Landes hinaus anerkannten Kulturjournalisten“, zeigt sich auch Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner betroffen. „Er war ein Mann mit starkem Charakter und klarer Meinung, ein Journalist mit Ecken und Kanten, der sich durch seine Kreativität, sein Kulturverständnis und seinen wachen Verstand ganz besonders ausgezeichnet hat. Thomas Jorda hat mit viel Kompetenz und Feingefühl recherchiert, kommentiert und analysiert."

Für St. Pöltens Diözesanbischof Alois Schwarz war Thomas Jorda "einer der Felsen der NÖN", dessen großer Beitrag zu Profilierung, Qualitätsbewusstsein und sorgfältig zu Ende gedachtem Journalismus weiter bestehen bleibe: "Im festen Glauben an die Auferstehung gilt meine Anteilnahme und Verbundenheit seinen Angehörigen und der ganzen NÖN-Familie, die einen so wichtigen Wegbegleiter verabschieden muss."

Neben seiner journalistischen Arbeit war Prof. Thomas Jorda auch Autor einer ganzen Reihe von Büchern, darunter «Lasst mich auch den Löwen spielen» (2007), «Junge Talente. Großes Orchester» (2008) und der gemeinsam mit Theresia Hauenfels herausgegebenen Bände «Wohnen im Sommer» (2008), «Entlang der Grenze» (2009) und «Italienische Spuren» (2011). Von Thomas Jorda stammen auch die Libretti zur Kinderoper «Die schöne Wassilissa» (2009) und zum Märchenmusical «Aschenputtel» (2013).

Das Mitgefühl der NÖN-Redaktion gilt in diesen schweren Stunden vor allem Thomas Jordas Frau Beate, seinen Kindern und seinem Enkelkind.