Arbeitsplatz für alle mit einer rauchfreien Umgebung. Wie können Betriebe eine rauchfreiere Umgebung fördern? Das erfahrt ihr hier anlässlich des Nichtrauchertags am 31. Mai.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 31. Mai 2019 (01:25)
hxdbzxy/Shutterstock.com
Wo und wie in der Arbeit geraucht werden darf, ist von verschiedenen Faktoren abhängig. Immer wichtig ist aber, dass nichtrauchende Kollegen vor Tabakrauch geschützt werden müssen.Shutterstock.com

Betriebe, die eine rauchfreiere Umgebung fördern wollen, können beispielsweise Projekte anbieten, die auch – aber nicht nur – Beratung und Info für aufhörwillige Raucher beinhalten.

Ob, wann und wie man am Arbeitsplatz rauchen darf, ist in unterschiedlichen Gesetzen geregelt. Unter anderem spielt es eine Rolle, wer aller raucht oder nicht raucht. Denn: Nicht rauchende Arbeitnehmer müssen vor den Einwirkungen von Tabakrauch am Arbeitsplatz geschützt werden.

„Viele Menschen sind unfreiwillig Passivrauch ausgesetzt“, betonte Edith Pickl vom Institut für Gesundheitsförderung und Prävention beim Tabaksymposium des Berufsverbandes Österreichischer Psychologen, der NÖ Gebietskrankenkasse und des Rauchfrei-Telefons in St. Pölten. Das Problem: Je länger man Passivrauch ausgesetzt ist, desto höher sei das Risiko einer Erkrankung.

Zwar wären sich die Menschen über die negativen Folgen des Rauchens bewusst, die Gesundheitsrisiken von Passivrauch und Tabakrauch-Rückständen aber würden Hans-Peter Hutter von der Medizinischen Uni Wien zufolge unterschätzt oder sogar heruntergespielt werden. Und das, obwohl davon auch Personengruppen betroffen sein können, die besonders schützenswert sind – wie Kinder oder Schwangere.

Schwangere gibt es natürlich auch in Betrieben. In der Gastronomie, wo Rauchen erlaubt ist, dürfen sie nicht arbeiten und können früher in Karenz gehen.

Arbeitsplatz für alle

Betriebe können für die rauchenden Mitarbeiter Raucherräume festlegen, wobei diese weder Arbeitsstätten noch Aufenthaltsräume sein dürfen. Raucherkabinen übrigens müssen verschiedene Kriterien erfüllen. Es gibt aber auch Betriebe, in denen Rauchen nicht erlaubt ist: wie etwa in Schulen. Hier darf gar nicht geraucht werden. Auch nicht mehr im Freien am Schulgelände. Und dann gibt es natürlich auch Betriebe, bei denen Rauchen kontraproduktiv wäre, wie etwa in Gesundheitseinrichtungen.

Was Betriebe tun können, die das Rauchen eindämmen wollen? „Wir empfehlen Tabakprävention“, so Pickl. Am besten sei ein ganzheitliches, gesundheitsförderndes Projekt, meint sie. Der Betrieb kann etwa einen Vortrag übers Rauchen organisieren, darüber hinaus aber auch – um auch alle Nichtraucher anzusprechen – einen weiteren Vortrag beispielsweise über gesunde Ernährung oder Bewegung.

Betriebe können Beratung und Unterstützungsangebote in enger Zusammenarbeit mit Arbeitsmedizinern für Aufhörwillige anbieten.

Bei der Planung der Maßnahmen zu weniger Rauch bei der Arbeit macht es Sinn, sowohl rauchende als auch nicht rauchende Kollegen einzubinden. Und: Es ist wichtig, dass die Firmenführung klar hinter den Maßnahmen steht. Darüber hinaus gibt es auf vielen Firmenarealen Zigarettenautomaten, die man entfernen kann.

Weniger Anreize

Was derartige Maßnahmen bewirken können? Rauchen weniger Kollegen, fällt es denen leichter, die aufgehört haben. „Es ist es wichtig, die Anreize zum Rauchen zu verringern, sowohl in der Öffentlichkeit als auch im persönlichen Umfeld – durch Nichtraucherschutzgesetze, rauchfreie Zonen und individuell durchführbare Strategien am Weg zur Rauchfreiheit“, verrät Sophie Meingassner, die Leiterin des Rauchfrei Telefons, die übrigens davon überzeugt ist, dass es mit professioneller Hilfe leichter gelingt, wieder davon loszukommen. Das Rauchfrei-Telefon steht Montag bis Freitag von 10 bis 18 Uhr unter 0800/810013 zur Verfügung.

Rauchen weniger Kollegen, kann das aber auch einen positiven Einfluss auf junge Kollegen haben.