Vom Acker ins All: Forschung prägte das Land Niederösterreich

Erstellt am 06. Oktober 2022 | 05:40
Lesezeit: 3 Min
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Nicht nur Satellitenantriebe „Made in NÖ“ gehören zu den Top-Erfindungen Niederösterreichs der letzten 100 Jahre: Das Land NÖ hat mit Tecnet Equity und dem Patentamt eine Broschüre als Streifzug durch NÖ-Erfindungen präsentiert.
Foto: Unsplash/SpaceX
45.500 Erfindungen aus Niederösterreich wurden weltweit zum Patent angemeldet.

Ob wasserfeste Wimperntusche, der erste Elektro-Hybrid-Porsche oder Lenz Mosers Weinrebenerziehung: Der „Erfindergeist“ vieler hat Niederösterreichs 100-jährige Entwicklung vom reinen Agrarland zum Forschungs- und Wissenschaftsland mit prosperierenden Industriezentren und einem High-Tech-Agrarsektor mitgeprägt.

Bis heute haben niederösterreichische Forscherinnen und Ingenieure weltweit rund 45.500 Erfindungen zum Patent angemeldet. Anno 2022 forschen NÖ-Erfinder etwa an Satellitenkryptografie, um Daten vor Cyberkriminellen zu schützen, an künstlichem Leben, um Leben zu retten und an innovativen Dämmplatten für Gebäude und Flugzeuge, um CO 2 und Platz einzusparen.

„Als Einzelne sind wir unfassbar inkompetent. Wenn sich aber viele zusammenschließen, schaffen wir Innovationen und lösen komplexe Probleme“, ist Molekularbiologe und „Science Busters“-Mitglied Martin Moder überzeugt.

Die Vizerektorin der Donau Uni Krems, Viktoria Weber, sieht das ähnlich und betont die Bedeutung von Zusammenarbeit: „Kooperationen und Kollaborationen zwischen Instituten und Forschungseinrichtungen sind selbstverständlich und notwendig.“ Ohne Förderprogramme und Kapitalgeber wäre Forschung aber nur sehr beschränkt möglich.

Das Land NÖ fördert sowohl Grundlagen- als auch angewandte Forschung. 120 Millionen Euro fließen jedes Jahr in die Wissenschaft und Forschung-Infrastruktur. Dazu gehören die Hochschulstandorte etwa in Krems, St. Pölten und Wiener Neustadt, die international renommierten Forschungsinstitute wie IST, AIT oder MedAustron bis hin zu den Technopol-Standorten.

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Mikl-Leitner: „NÖ: Vom weißen Fleck zum starken Standort.“
Foto: NLK

„Wir haben uns in den letzten 20 Jahren vom weißen Fleck zum starken Wissenschaftsstandort mit anerkannten Forschungseinrichtungen entwickelt“, sagt Landeschefin Johanna Mikl-Leitner. Die Brücke zu schlagen zwischen Wissenschaft und Wirtschaft in Form von Spin-Offs und Ausgründungen sei dabei ein klares Ziel für das Land NÖ. Digitalisierungslandesrat Jochen Danninger sieht ein „unfassbares Potenzial“ in Digitalisierung und in Ausgründungen, wenn Forschungsergebnisse vermarktet werden.

Satellitenantriebe aus Niederösterreich

Als Musterschüler im Sinne des Landesziels NÖ-Forschungsergebnisse zu kommerzialisieren, ist hier etwa Fotec unterwegs: Das Forschungsunternehmen an der FH Wr. Neustadt vermarktet seine Ionenantriebe für Satelliten über ein eigenes Spinout weltweit. Die elektrischen Antriebssysteme des Weltmarktführers aus NÖ bewegen bereits über 130 Satelliten im Weltraum zu ihren Zielkoordinaten.

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