Jauerling: Christbaum-Verkauf für Landwirte überlebenswichtig

Erstellt am 24. November 2022 | 10:37
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Der Christbaumverkauf ist für viele blau-gelbe Landwirte zu einem extrem wichtigen Faktor geworden. Die Saison 2022 wurde am Jauerling eröffnet. ORF-Landesdirektor Robert Ziegler ist neuer "Christbaum-Boschafter".

Weihnachten naht - und der Christbaumverkauf beginnt. Für Landwirte in der Region Jauerling ist der Verkauf der Weihnachtsbäume zu einem wichtigen zweiten Standbein geworden.

Schutz vor totaler Verwaldung

Dies betonte der Obmann der ARGE der Christbaum- und Schuckreisigproduzenten, Franz Raith, bei einem Lokalaugenschein in Zeißing (Gemeinde Maria Laach am Jauerling). "Diese Region ist ein gutes Beispiel für die Wichtigkeit der Christbaumproduktion", meinte Raith. "Durch den Christbaumverkauf können hier Landwirte überleben, die sonst keine Chance hätten." Die Region würde verwalden. "Wie immer in der Landwirtschaft muss man mindestens zehn Jahre vorausdenken!" 80 Prozent der heimischen Bäume gehen in den Direktverkauf, nur ein Fünftel werde an Großabnehmer (Baumärkte, Möbelhäuser, ...) geliefert.

Regionale Wertschöpfung hilft Klima

Landwirtschaftskammer-Vizepräsidentin Andrea Wagner stieß ins selbe Horn. "Bei uns kommen die Bäume aber, im Gegensatz zu vielen aus dem Ausland, nicht aus Plantagen, sondern aus naturnahem Anbau." Wem der Klimaschutz ein Anliegen sei, der kaufe heimische Bäume. Das Zusatz-Einkommen für die Bauern sei die "Rettung für die kleinstrukturierte Landwirtschaft". Die positive Auswirkung auf die Diversität sei in Studien bestätigt. "Der Christbaumanbau ist eine optimale Verbindung von Klimaschutz und Förderung heimischer Wertschöpfung."

"Viele Konsumenten im Boot!"

Raith lobte die Konsumenten und Käufer der rund 1,1 Millionen Christbäume aus Niederösterreich, die mit der blau-gelben Schleife gekennzeichnet sind: "Wir haben zum Glück viele von ihnen im Boot - und ich hoffe, sie bleiben auch im Boot."  Den Direktor der ORF-Landesstudios NÖ, Robert Ziegler, ernannte Raith zum "Christbaumbotschafter" der aktuellen Saison und verband damit seinen Dank für alle heimischen Medien für die Berichterstattung über die Bemühungen der heimischen Christbaumbauern und der ARGE mit ihren rund 200 Mitgliedern.

Landesstudio verschenkt Bäume

"Aus der Region - für die Region": Dieses zentrale Motto der ORF-NÖ-Berichterstattung gelte auch in diesem Bereich, fand Robert Ziegler anerkennende Worte für die Bemühungen des Teams um Raith und aller blau-gelben Produzenten. Der ORF NÖ sei Alltagsbegleiter der Menschen. Und weil sich im Advent und zu Weihnachten das verdichte, was gut funktioniert, werde das Landesstudio (ab 28. November) auch heuer wieder im Rahmen der Aktion "Hallo, Nachbar!" Christbäume an von ihren Nachbarn nominierte Niederösterreicherinnen und Niederösterreicher verschenken.

"Königliche" Tipps für den Baum

Christbaumkönigin Ricarda Reithner verriet nicht nur Tipps, wie man einen frischen Baum erkennen könne (z. B. durch Streich- und Kratztest), sondern gab auch Tipps zur Lagerung, um sich möglichst lang an den duftenden Nadeln erfreuen zu können. Eine kühle Lagerung mit Schutz vor Sonne und Wind sei optimal, der aufgestellte Baum solle am besten in einem speziellen Ständer im Wasser stehen, oder man wickelt zumindest ein regelmäßig befeuchtetes Handtuch um das Stamm-Ende. Und einen wichtigen Tipp gab es, verbunden mit einem Schmunzeln: "Und den Baum nicht ,einseitig schmücken', damit er nicht umfällt!"

Moderate Preise bei den Bäumen

Was die aktuellen Preise betrifft, kann Raith beruhigen: "Der Baum selbst wird nicht teurer, allerdings müssen die Landwirte ein paar Euro für ihre gestiegenen Kosten aufschlagen." Eine Preissteigerung in der Höhe der Inflation werde es auf keinen Fall geben. Tannen werde es - je nach optischer Qualität - um zehn bis 30 Euro pro Meter geben, Fichten schon ab fünf Euro, und die beliebten Blaufichten seien um 20 bis 30 Euro je Meter wohlfeil. 

Schmuck "wandert" nach oben

Bei Christbaumbotschafter Robert Ziegler, der ja achtfacher Vater ist, gab es auch schon den einen oder anderen Zwischenfall. "Ja, uns ist der Baum auch schon einmal umgefallen", erinnert er sich zurück. "Als die Kinder klein waren, wurden die Schmucksachen immer ein wenig höher gehängt. Die Höhe ist sozusagen mit der Größe der Kinder mitgewachsen." Jetzt gebe es schon sechs Enkelkinder, und der Schmuck beginne langsam wieder nach oben zu wandern .. Das Schmücken des Weihnachtsbaumes sei jedenfalls immer eine "Großaktion der ganzen Familie" gewesen. 

Schon als Kind ein Programmchef

In seiner eigenen Kindheit, so erinnerte sich Ziegler, habe der Vater den Baum immer sehr knapp vor dem Fest gekauft - sehr zum Leidwesen der Mutter, die nicht so lange warten wollte. Weil er schon früh musiziert habe und die Eltern eher weniger musikalisch gewesen seien, habe er schon als Kind dann das Programm am Heiligen Abend selbst gestaltet. Er sei quasi damals schon ein "Programmverantwortlicher" gewesen, scherzte Ziegler - vielleicht ein Vorgriff auf den späteren Beruf? 

www.weihnachtsbaum.at