Die Erbsünde

Seit nunmehr 30 Jahren verfasst Otti Schwarz erfolgreich humorige Gschichtln, Gedichte und Anekdoten - vorwiegend in österreichischer Mundart. Seine besten Werke präsentiert er ab sofort auch Woche für Woche auf NÖN.at.

Otti Schwarz Erstellt am 18. September 2021 | 07:00
Otti Schwarz
Otti Schwarz
Foto: Fotostudio Helmreich, 1010 Wien

DIE ERBSÜNDE

 
Sehgn´S, augfaungt hod des olles gwiß
Vur launger Zeit in Paradies:
In Adam is durt fad ois wia,
- Er hod zwoar olle Tog sei Bier -
 
Kaunn Faungerl spün mit d´wüdn Löwn
Und d´Popagein zum Plauscherl treffn
Derf Schwammerl suachn, Muschln tauchn
Und obnds daunn ein ...Zigarrl rauchn!
 
Er mocht kan Wickl und kan Wirbe
Hod eigentlich a Oart, a liabe!
Füht praktisch sich so wia ein Kenich,
Doch.... is des olles eam zu wenich!
 
Und weu des net so bleibm kaunn
Ruaft er doch glott den Petrus aun:
Der frogt: „Nau, Adamerl, wos mechstn?“
Drauf Adam: „Geh, ruaf aun in ...Höchstn,
 
Und waunnst eam host am Apparat:
An schenan Gruaß: mir is so fad!
Und glei am nächstn Tog, ka Schmäh,
Do hört der Adam von der Heh'
 
In Herrgott ruafen: „Adam! Huach!
Der Petrus sogt, dich druckt der Schuach?“
„Nau freulich!“ tuat der Adam quengln
„I? Schpü mi do mit ...d´Blumenstengln,
 
Mit Schmetterling, mit d´Fisch in Boch,
Renn dauernd dener Löwn noch!
Schön langsam, lieber Herrgott, schwindn
Mei Laune und mei Woihbefindn!
 
I gschpier, daß do in Deiner Wöt
Gaunz sicherlich wos Wichtigs föht!“
In Herrgott kummt des net gelegn:
Er hod den Toch scho kummagsegn
 
Und er beschwört in Adam: „Schau!
Du wünscht dir sicherlich a Frau.
Und weust so unerfoahrn klogst:
Du: überleg dir guat, wos´d mochst!“
 
Drauf Adam: „Wos erzöhst du mir?
Sichst net, wie ich mich fadisier?“
Der Herrgott drauf: „Verschtehst des net?
I woit nur, daß so weidergeht,
 
Wie bisher, gmiatlich, ohne Krämpf
Und niemand, der wos gibt sein Senf
Zu oi den, wos mir Maunner mochn!
Wirst sehgn: daunn host nix mehr zum Lochn!“
 
„Schau, Herrgott,“ sogt der Adam schtur
„I hob von den Allansein gnua!
Des Risiko, des geh i ein,
Nur, laß uns bald zu zweien sein!“
 
Der Herrgott seufzt: „Des woar dei Schaunz!
Nur: kumma nochan net und raunz!
Do, leg di her, in d´Futterkrippm,
Weu i kassier ma jetzt a Rippm!“
 
Daunn möd er eam kurzzeitig raus
Und banlt eam ein Ripperl aus!
Draus bastlt er an neichn Leib.
An Super-Hosn, vulgo: Weib.
 
Mit launge Hoar und nockert, schlaunk,
Sitzts nebm der Krippm auf der Baunk!
Jetzt wocht der Adam wieder auf,
Schauts aun, schluckt obe, mocht an Schnauf:
 
„Oh Herr,“ frogt er jetzt mit Bedocht
Die host aus meiner Rippm gmocht?
Waunn des a so is, tat i gern
So ...drei, vier Ripperln noch entbehrn!“
 
Der Liebe Gott nimmt eam auf d´Seitn:
„Hearst, mach dir keine Schwierigkeiten:
Wos i jetzt sog, des glaubst mir nie:
Dir wird die ane boid scho z´vü!“
 
Daunn nimmt er olle zwa zur Haund
Und gibt die ...Hausordnung bekaunnt:
„Grundsätzlich is ma jo egal
Obs laung behaart sads, oder kahl,
 
Obs auf an Bam wohnts oder unt
Und wias eich einteuts Tog und Schtund!
Doch wos i goar net leidn kaun:
Greifts ma die Grenni Smis net aun!
 
Bedenkts, daß eich an Schmerz auntatats,
Waunns von den Bam an Opfe fladerts!
In den Foi hobts den Platzverweis
Und werds gschtanzt ausn Paradeis!“
 
Der Adam drauf: „Nur kane Sorgen,
Mia wissn scho, wia mir do vorgehn!“
A Zeit laung geht des wirklich guat.
Ebm paradiesisch, mit an Wuart!
 
Jedoch, die Eva wär ka Frau,
Waunn sie net wissn mecht genau,
Warum für d´Grenni Smis denn grod
Der Herr verhängt ein Eß-Verbot!
 
Jedsmoi, waunns siecht die greanen Äpfen,
Tuat in ihrn Kopf a Frog nur tröpfen:
´Des wa doch a ka Sünd, nau wosdn?
Waumma vielleicht nur amoi...kostn
 
Der Adam frogt: „Wos? Wegn an Biß
Von die verbotnen Granny Smith
Riskierma, daß ER uns entehrt?
Is des der blede Opfe wert?“
 
Des hört am Bam oman a Schlaungan!
Die is durt lässig obeghaungan
Und wie ja weiß der Mensch, der reife,
Woar des in Tiergeschtoit der...Teife!
 
Wos der durt suacht in Paradies,
Is eigentlich bis heit net gwiß.
In jedn Foi sogt er zum Everl:
„I glaub, dei Oider is a Häferl!
 
Schau: eam sein Schmäh, jetzt huach ma zua:
Den rauch i in der Pendluhr!
Ich garantier dir, sei getrost:
Es mocht nix, waunnst den Opfe kost!
 
Es brauchts in Herrgott goar net foign:
Daunn, waunn der Himme is voi Woikn!
I werd an Woiknhimme legn,
Und wos daunn mochts, ...kaunn ER net sehgn!“
 
Die Eva, des naive Hendl,
Glaubt eam natürlich den Lavendl!
Und schlogt ihrn Adam in der Fruah
Für heit ...an gsundn Obst-Tog vur!
 
Nau jo, er is a nur a Maunn,
Der wos nicht kombiniern kaunn!
Und weus nix aunders hobm daham,
Geht er mit ihr zum Opfe-Bam.
 
Durt ...bricht er daunn mit schtoarker Haund
Den Unglicks-Opfe auseinaund.
A jeder kriagt sei resche Höftn,
Sie ...beißn eine ...glei noch Kräftn ....
 
In den Moment...gibts einen Tusch!
Die Schlaungen fetzts glei hintern Busch
Mitn Salto, mit an siebmfochn!
Draufhin tuats obm in Himme krochn
 
Es blitzt und dunnert schaurig laut!
Und wias in Regn daunn obehaut,
Do fliagn von oman in den Goartn
Vur eana hin ....zwa rote Koartn!
 
Wias weitergeht? ...Des kemma jo,
Sunst wär ma sicher heit net do!
Tatsache is: wir stammen alle
Von Adam oh, in jeden Falle!
 
Beim Adam is es sonnenkloar,
Daß der jo kein Beamter woar:
Ois soicher tät er, trotz die Woikn,
Den Herrn sei Vurschrift strikt befoign!
 
Ergo kennans in Himme obm
- Logisch - keine Beamtn hobm!
Doch wos ich wirklich net verschteh:
Uns hoit do irgndwer fest am Schmäh:
 
Weu: Beamte, des is gwiß,
Lebm heit no ...wie in Paradies!