„Hoffe, das Virus kommt nicht zu uns“. Covid-Fälle und wenig Besuch: Pflegeheim-Bewohnerin erzählt, wie es ihr mit aktueller Situation geht.

Von Lisa Röhrer. Erstellt am 18. November 2020 (03:55)
Die fast 94-jährige Maria Franzus ist dank des vielfältigen Angebots im Pflegezentrum Grafenwörth trotz Besuchereinschränkungen und Corona-Regeln positiv gestimmt.
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„Das Wichtigste ist, dass alle gesund bleiben. Hoffentlich kommt das Virus nicht zu uns“, sagt Maria Franzus. Die fast 94-Jährige lebt im Senecura-Pflegezentrum in Grafenwörth (Bezirk Tulln). Wie die anderen Bewohnerinnen und Bewohner von Pflegezentren ist sie mit einer schwierigen Situation konfrontiert: Meldungen über Covid-Fälle in Pflegeheimen sorgen für Schlagzeilen. Um diese einzudämmen, sind Besuche eingeschränkt möglich. Nun wurden die Regeln nochmals verschärft.

In den vergangenen Wochen durfte jeden zweiten Tag eine Person pro Bewohnerin oder Bewohner auf Besuch kommen. Insgesamt waren nur zwei Personen erlaubt. Ab Mittwoch darf für jeden Bewohner nur noch ein Besucher pro Woche eingelassen werden, der ein negatives Coronatestergebnis vorweisen kann. Die Besuchszeit ist von 13 Uhr bis 17 Uhr für Montag bis Sonntag definiert. Sie beträgt 30 Minuten pro Bewohner.

„Ich bekomme jetzt nur einmal in der Woche Besuch – jeden Samstag kommt meine Enkeltochter“, erzählt Franzus. Für Ablenkung sorgt zwischen den Besuchen ein vielfältiges Programm. Nur ein Martinsfest oder eine Weihnachtsfeier mit Angehörigen gibt es heuer nicht. Veranstaltungen und Ausflüge sind bei Senecura wie in den Einrichtungen des Landes abgesagt. „Natürlich geht momentan viel nicht. Aber man muss zufrieden sein, wie es ist“, weiß Franzus.

Die Stimmung sei gemessen an der Situation gut, berichtet Lisa Weidlinger von den Landes-Einrichtungen im Zentralraum. Die Mitarbeiter sorgen dafür, dass die Menschen mit ihren Lieben Kontakt halten können. Neben Telefon und E-Mail stehen etwa Tablets zur Videotelefonie bereit.

Die Angst ist bei Angehörigen größer

Große Sorge, dass sie selbst an Corona erkrankt, hat Maria Franzus nicht. „Die Mitarbeiter passen auf uns auf.“ Senecura-Generaldirektor Werner Bernreiter erkennt auch bei den anderen Bewohnern der Senecura-Heime in NÖ keine große Angst. Größer sei sie oft bei Angehörigen. „Ich glaube, die Bewohner haben sich daran gewöhnt. Wahrscheinlich haben sie sogar weniger unter Social Distancing gelitten als Menschen, die alleine leben“, meint Bernreiter.

Damit das Virus sich nicht ausbreitet, setzt das Land auf Antigentests. Pflegezentren wurden damit flächendeckend ausgestattet. Meldungen über Fälle in Heimen gab es jedoch auch in den vergangenen Tagen – etwa aus dem Wiener Neustädter Stadtheim, wo bereits 19 Bewohner verstorben sein sollen, Weitra oder Schrems, wo gleich 13 Mitarbeiter positiv getestet wurden (Bezirk Gmünd).