Sprechende Mülltonnen animieren zum Trennen

Tulln und Horn haben smarte Abfallcontainer. Sie geben Feedback über Füllstand der Tonne und Mülltrennung.

Erstellt am 14. Oktober 2021 | 05:05
440_0008_8204144_noe41muell.jpg
Karton soll nicht im Restmüll landen. Passiert das bei den intelligenten Tonnen zu oft, schlägt das System per SMS Alarm.
Foto: NÖN

„Liebe Bürger! In Ihrem Restmüll befanden sich Fehlwürfe. Bitte achten Sie auf die richtige Mülltrennung“: Diese SMS erhalten Menschen aus dem Bezirk Tulln, die in ihre schwarzen Tonnen Bioabfall oder Altpapier werfen – also Müll, der recycelt werden könnte. Mithilfe von künstlicher Intelligenz soll bei diesem von „Saubermacher“ mit dem Abfallverband gestarteten Pionierprojekt die Trennquote erhöht werden. Hier gibt es Luft nach oben: Laut Statistiken müssten bis zu 60 Prozent des Restmülls eigentlich extra entsorgt und verwertet werden. Laut Saubermacher würde man damit 350.000 Tonnen CO₂ im Jahr einsparen.

Das Mülltrenn-Feedback funktioniert, so Saubermacher-Chef Ralph Mittermayr, wie ein leerer Radarkasten: „Schon das Wissen über ein Monitoring führt zu Verhaltensänderung.“

Technisch ermöglicht das ein mit Sensoren und Kameras ausgestatteter Wertstoffscanner im Sammelfahrzeug. Zum Einsatz kam das System bisher in 116 Haushalten. Nun wird es ausgeweitet. „Das Ziel muss sein, es auf alle Gemeinden auszurollen“, sagt Gemeindebund-Präsident Alfred Riedl. Und die Idee geht noch weiter: Langfristig soll die Tonne schon Alarm schlagen, wenn Falsches eingeworfen wird.

Ein zweites Beispiel für künstliche Intelligenz in der Müllentsorgung sind Glascontainer im Bezirk Horn. Auch diese sind mit Sensoren ausgestattet. Sie kommunizieren den Füllstand der Tonne an eine Plattform, die einen Tourenplan erstellt. Abgeholt werden nur volle Behälter. So sollen unnötige Kilometer vermieden werden. Für Landeshauptfrau-Stellvertreter Stephan Pernkopf (ÖVP) leisten die Projekte einen Beitrag zum Klimaschutz: „Der beste Abfall ist der, der nicht anfällt – und fällt er an, gilt es ihn bestmöglich zu verwerten.“