Irene Neumann-Hartberger ist wieder Landesbäuerin. Mit 75 von 77 Stimmen wurde die 45-Jährige in ihrer Funktion bestätigt. Sie soll damit weitere fünf Jahre "Frontfrau" der Bäuerinnen in Niederösterreich bleiben. Ziele sind es, die Arbeit der Landwirte den Menschen näherzubringen und außerdem mehr Frauen für die Politik zu begeistern.

Von Lisa Röhrer. Erstellt am 20. Januar 2020 (14:15)
Beim Landesbäuerinnen-Tag in Wiener Neustadt: Landeshauptfrau-Stellvertreter Stephan Pernkopf, Bundesbäuerin Andrea Schwarzmann, die Landesbäuerin-Stellvertreterinnen Andrea Wagner und Annemarie Raser, Landesbäuerin Irene Neumann-Hartberger, ihre Stellvertreterinnen Michaela Zuschmann und Eva Hagl-Lechner sowie Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner und Landwirtschaftskammer NÖ-Präsident Johannes Schmuckenschlager.
LK NÖ/Franz Gleiß

Erst ganz frisch ist Irene Neumann-Hartberger Nationalratsabgeordnete. Sie rutschte für die ÖVP nach, als im Nationalrat durch die Regierungsbildung und die Bekleidung der Minsiter-Ämter Mandate frei wurden. Ihre bisherige Funktion der niederösterreichischen Landesbäuerin gibt sie dennoch nicht ab.

Beim Landesbäuerinnen-Tag im Schloss Thalheim (Bezirk St. Pölten) stellte sich die 45-Jährige heute erneut der Wahl. Mit 75 von 77 abgegebenen Stimmen wurde sie im Amt bestätigt. Neumann-Hartberger soll damit für die kommenden fünf Jahre die "Frontfrau" der Bäuerinnen in Niederösterreich bleiben. Ihre Stellvertreterinnen sind Andrea Wagner (Waldviertel), Eva Hagl-Lechner (Mostviertel), Annemarie Raser (Industrieviertel) und Michaela Zuschmann (Weinviertel).

Stellen will die wiedergewählte Landesbäuerin die kommenden Periode unter das Motto "Mitten im Leben". "Wir wollen Brücken zwischen Landwirtschaft und Kunden von heute und morgen bauen und neue Chancen für unsere Familienbetriebe entwickeln und für mehr Lebensqualität in der Land- und Forstwirtschaft sorgen", meinte sie bei der Veranstaltung vor rund 500 Gästen. Gleichzeitig will die Landwirtin aus dem Bezirk Wiener Neustadt mehr Frauen für die Politik begeistern.

Mikl-Leitner: "Wird das Jahrzehnt der Frauen"

Wenn es nach Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner geht, wird die Politik in den kommenden Jahren ohnehin weiblicher. Denn - angelehnt an die Ergebnisse von Zukunftsforschern - ist sie überzeugt, dass das gerade angebrochene Jahrzehnt, das Jahrzehnt der Frauen sein werde. "Die Frauen sind nicht mehr zu stoppen", ist die Frau an der Spitze des Landes überzeugt. Und auch Johannes Schmuckenschlager, Präsident der Landwirtschaftskammer NÖ, meinte: „Die niederösterreichischen Bäuerinnen tragen nicht nur zu Hause am Hof wesentlich zum Betriebserfolg bei. Es ist auch unverzichtbar, dass sie entsprechende Rollen in den Organisationen und Gremien der Land- und Forstwirtschaft einnehmen."

Neben den Frauen steht das Jahrzehnt aus Mikl-Leitners Sicht vor allem im Lichte der Glokalisierung. "Es gilt global zu denken und lokal zu handeln", meinte sie und wies gleichzeitig etwa auf die Stärkung des regionalen Handels hin. Die Zukunft sieht die Landeshauptfrau außerdem vor allem einsam. "Es gibt auch einen Trend zur Einsamkeit", meinte sie. Das Rezept dagegen wurde aber gleich bei der Veranstaltung präsentiert: das liege im ehrenamtlichen Engagement sowie in der Teilhabe am Vereinsleben.

Arbeit der Bauern soll 96 Prozent der Bevölkerung nähergebracht werden

Landeshauptfrau-Stellvertreter Stephan Pernkopf zeigte sich vor allem von den Schulaktionstagen der Bäuerinnen beeindruckt: „Vier Prozent der Bevölkerung sind in der Landwirtschaft tätig. Von ihren Leistungen profitieren alle Österreicher. Das heißt im Umkehrschluss aber auch, dass 96 Prozent der Bevölkerung die Arbeit am Hof veranschaulicht werden muss." Gelingen soll das  durch Schulaktionstage: "So lernen die Kinder früh und praxisnah von Niederösterreichs erfahrenen Seminarbäuerinnen alles über den Bauernhof und die Lebensmittelherstellung.“