Otto Kargl: Der Kapellmeister der kostbaren Töne

Erstellt am 16. August 2022 | 11:55
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„Für mich ist Kirchenmusik kein Schmuck“: Otto Kargl.
Foto: F: Matejschek
Mit Haydn und anderen „Kostbarkeiten“ hat Otto Kargl 30 Jahre lang St. Pöltens Domkapelle geleitet.

Beethoven war letzten Sommer. Bruckner war diesen Sommer (genauer: am 19. Juni). Und Haydn? Lag am Montag am Notenpult, als St. Pöltens jahrzehntelanger Domkapellmeister zum letzten Mal (in dieser Funktion) den Taktstock, nein: die Hände hob. Denn: Mit Joseph Haydns kleiner Orgelsolomesse hatte Otto Kargl auch begonnen, als Nachfolger von Walter Graf, im St. Pöltner Dom. Zu Mariä Himmelfahrt war das, am 15. August 1992.

„Mit dieser Messe schließt sich mein musikalischer Tätigkeitsbereich als Domkapellmeister“, meint der gebürtige Steirer, diplomierte Kirchenmusiker, Organist und Pädagoge, der bei John Elliot Gardiner studiert und die cappella nova graz gegründet hatte. Und: Diese Messe „steht stellvertretend für alle kleinen wie großen Kostbarkeiten, die das über 1.000-jährige Repertoire der Musica Sacra zu bieten hat“.

Diese Kostbarkeiten hat Otto Kargl seit 1992 auch als Leiter von NÖs ältestem Kirchenmusikfestival Musica Sacra (das 2022 und 2023 von Domorganist Ludwig Lusser programmiert wird) zum Klingen gebracht, von Bach bis Czech und von Schubert bis Danksagmüller. Und steht zur Festivaleröffnung am 9. September wieder am Pult im Dom. Diesmal mit Brahms. Denn: „Als Musiker geht man nie in Pension!“