Der König träumt im Sommerrefektorium. Kaum macht die alte Musik in Melk Pause, singt und spielt sie in St. Pölten weiter. Und das bis 22. Juni.

Von Michaela Fleck. Erstellt am 12. Juni 2019 (07:33)
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Kein Baryton wie in Melk, aber eine Violone bringt Thomas Wimmer nach St. Pölten mit.

Im Melker Stiftshof hat er gerade noch getanzt, der Sonnenkönig. Im St. Pöltner Sommerrefektorium darf er demnächst träumen, der Sonnenkönig.

Denn St. Pöltens diesjähriges Barockfestival hat zwar schon begonnen (nämlich vergangenen Samstag, mit viel Temperament und noch mehr Amore). Frankreichs Ludwig XIV. steht aber erst diesen Sonntag am Abendprogramm. Mit Musik aus den königlichen Schlafgemächern, von Marais, Visée, Bassani und Chemirani. Und mit einer Gambe und einer Laute, Titel der Soirée: „Engel und Teufel“.

Davor buchstabieren ein Klavier, ein Kontrabass und ein Schlagzeug B-A-C-H, besser: machen aus Bach’schen Arien ganz modernen Kammerjazz (am Donnerstag im Barockgarten von St. Pöltens Stadtmuseum).

Davor bitten ein Akkordeon und eine Gitarre zur blauen Nacht, also: „Bleu nuit“, mit Bach, aber auch Brel (am Samstag in St. Pöltens ehemaliger Synagoge).

„Ein Barockfest unter Sternen“

Und danach? Gibt’s ein vorsichtiges Ständchen, den der Jazz, mit E-Gitarre, dem Barock, mit Gambe, spielt, wie in einem alten, spanischen Liebeslied (am 20. Juni, wieder in der Synagoge). Gibt’s vier Saiten, eine Geige und noch mehr Bach, diesmal aber Solo, und dazu noch Ysaÿe und Prokofieff (am 21. Juni, nochmal in der Synagoge).

Und zum Festivalschluss am vorletzten Juni-Wochenende gibt man noch große Komödie, made in Austria, mit einem (nieder-)österreichischen Originalklangensemble, geleitet vom Pfaffenschlager Violonisten und Mandolinisten Thomas Wimmer (am 22. Juni in der Franziskanerkirche).

Und gefeiert wird zwischen den (noch) sechs Konzertabenden auch noch. Und zwar eine „Midsummer Night“ am Mittsommerabend, dem 21. Juni, ab 21.30 Uhr im Garten von St. Pöltens Musikschule in der Grillparzerstraße. Auf der Einladung: „Ein Barockfest unter Sternen“.

www.barockfestival.at