Tanzkurse für Ältere in Baden

Franziska Pall tanzt für ihr Leben gerne und gibt diese Freude seit 20 Jahren weiter.

Erstellt am 28. November 2021 | 05:48
Lesezeit: 2 Min
440_0008_8238676_dsc_3674.jpg
Die Leichtigkeit der Improvisation möchte Franziska Pall mit ihren Tanzkursen wieder wecken.
Foto: Sagmeister

„Das Peinliche darf sein“, dieser festen Überzeugung ist Franziska Pall, die als Musik- und Bewegungspädagogin versucht, „mehr Bewegung ins Leben zu bringen.“ Besonders Menschen ab 50, besser noch ab 40, sollten anfangen ihre Muskeln aufzubauen bzw. zu erhalten.

„Je höher das Niveau ist, von dem man abbaut, umso besser geht es einem im Alter“, ist ihre Überzeugung. Die beste Prävention gegen Demenz seien „Tätigkeiten wie Schach spielen und tanzen“, noch besser wäre „tanzend Schach spielen“, schmunzelt sie. Franziska Pall ist seit ihrer Kindheit vom Tanz beseelt, hat bei der Badener und Wiener Kinderoper begonnen. Dann eine Schule mit Musikschwerpunkt in Wiener Neustadt absolviert.

Zu ihrer aktivsten Zeit war sie schon vor ihrem Studium als Tänzerin und Performerin international engagiert, hat in den 90er-Jahren auf vielen Events getanzt, war als glitzernde Networkerin aus der Zukunft oder in einem Ganzkörperstrumpf der Gruppe „Vis plastica“ gepackt. Studiert hat sie Musik- und Bewegungspädagogik an der Universität für Musik und darstellende Kunst und war bis zu ihrem 27. Lebensjahr tanzend aktiv.

Ihr Faible galt zwar der Live-Improvisation. Später entdeckte sie eine neue Leidenschaft, das Unterrichten. Seit 20 Jahren unterrichtet sie nun schon an der Fachschule für Sozialberufe in Wiener Neustadt und ist besonders in der Ausbildung für Altenfachbetreuer tätig. Warum bewegen sich viele Menschen im Laufe ihres Lebens immer weniger? Pall kann sich das nur so erklären, dass „das natürliche Bedürfnis, sich zu bewegen, unterdrückt wird“ – und irgendwann ist die Freude an der Bewegung dann weg.

Obwohl der Mensch eigentlich dafür geschaffen ist, durch den Wald zu gehen und auf Bäume zu klettern: „In Brasilien gibt es angeblich noch Ureinwohner, bei denen die Menschen noch im hohen Alter auf Palmen klettern und sich Kokosnüsse herunterholen.“

„Ich habe mich irgendwann auf ältere Menschen spezialisiert, auch, weil ältere Menschen sich wieder trauen, kindlich zu sein“ Franziska Pall

Das wird schwierig in unseren Breiten, deshalb versucht Pall als Lehrerin das Bedürfnis nach Bewegung zu schüren und macht das auch in ihrem „Studio Modus Vivendi“ in Baden, wo sie Tanzkurse vor allem für Ältere anbietet: „Ich habe mich irgendwann auf ältere Menschen spezialisiert, auch, weil ältere Menschen sich wieder trauen, kindlich zu sein“ und nicht peinlich berührt sind, wenn sie sich nach ihrer inneren Stimme oder Intuition bewegen: „Jugendliche und viele Erwachsene wollen cool sein“, und dabei geht die Leichtigkeit verloren. Wenn man aber beginnt zu tanzen, dann wird auch „das Peinliche immer weniger“ und man kommt langsam wieder in den „Modus vivendi, in den Modus des Lebendigen.“

Derzeit gibt es noch freie Plätze: 0699/12022854.