Ein Stück Japan in Niederösterreich. Infos über österreichische Kriegsgefangene in Japan gibt es ab sofort in der Landesbibliothek. Anlass für die Ausstellung ist das 150-jährige Jubiläum österreichisch-japanischer Beziehungen.

Von Lisa Röhrer. Erstellt am 29. November 2019 (19:03)
Bei der Eröffnung der Ausstellung „Aonogahara: Österreichische Kriegsgefangene in Japan 1914 bis 1920“ in der Landesbibliothek.
Florian Müller

Was brachte 300 Matrosen der k.u.k.-Kriegsmarine 1914 nach Tsingtau (China) und warum gerieten diese Menschen schließlich in japanische Kriegsgefangenschaft? Wie erging es ihnen im Lager fernab der Heimat? Diese und ähnliche Fragen beantwortet die neue Ausstellung „Aonogahara: Österreichische Kriegsgefangene in Japan 1914 bis 1920“ des Hauses der Geschichte in St. Pölten.

Einen Einblick bekommt man dort etwa in die Liebesgeschichte eines niederösterreichischen Paares. Postkarten und Briefe, die sich ein Kriegsgefangener und seine spätere Frau geschrieben haben, sind in der Landesbibliothek zu sehen. Außerdem zahlreiche Leihgaben aus Japan und Slowenien, aus dem Heeresgeschichtlichen Museum Wien, dem Weltmuseum Wien und dem NÖ Landesarchiv, erklärte der wissenschaftliche Leiter des Hauses der Geschichte Christian Rapp bei der Eröffnung. „Dank dieser internationalen Kooperation können wir ein vergessenes Kapitel österreichischer Geschichte anhand einzelner Schicksale detailreich beleuchten“, ergänzte Benedikt Vogl aus dem Kuratorenteam.

Zu sehen ist die Ausstellung, die Landtagsabgeordneter Martin Michalitsch eröffnete, bis 13. März im Ausstellungssaal der NÖ Landesbibliothek. Anlass dafür ist das Jubiläum „150 Jahre Japanisch-Österreichische Beziehungen“.