Haydngesellschaft wird 40: Von Tabak bis Haydn. 40-Jahr-Jubiläum feiert Niederösterreichs Haydngesellschaft heuer. Und will ab März in Hainburg feiern – auch mit Haydn.

Von Michaela Fleck. Erstellt am 10. Februar 2021 (03:14)
Erst Kloster, dann Fabrik, dann Konzertsaal: In der Kulturfabrik an der Hainburger Donaulände musiziert die Haydngesellschaft seit mittlerweile dreizehn Jahren. Davor spielte man 27 Jahre im Speisesaal der Tabakfabrik beim Ungar-Tor.
Hotel Altes Kloster

Am Anfang war ein Hauskonzert. In einem Musiksalon, in einer Verlegervilla, im niederösterreichischen Hainburg. Das Consortium Classicum musizierte dort oder das „ganz junge“ Trio der Geschwister Flieder.

„Da war ich nur begeisterte Zuschauerin“, lacht Beate Linke-Fischer. 40 Jahre später ist die Musikredakteurin und ausgebildete Opernsängerin Obfrau der Gesellschaft. Und wollte eigentlich diesen Samstag ihre diesjährige Geburtstagssaison eröffnen. Nicht im Musiksalson, sondern in der Kulturfabrik. Mit zwei Klavieren (daran: die Önder-Schwestern) und mit vier Saxophonen. Und, natürlich, mit Joseph Haydn.

Der steht nicht nur am Konzertprogramm der gleichnamigen Gesellschaft. Der steckt auch gleich im Vereinsnamen. „Das“, erzählt Beate Linke-Fischer, die den Verein 2010 von ihrem Vater – der als Direktor der Austria Tabak nach Hainburg gekommen war und den Verein seit 1993 geleitet hatte – übernommen hat, „hat sich aufgedrängt.“ Haydn sei schließlich in Hainburg in die Schule gegangen, habe dort im Kirchenchor gesungen und auch seine ersten Geigenstunden bekommen. Und Haydn, nämlich sein Divertimento in Es-Dur, lag auch auf den Notenpulten, als die frisch gegründete Haydngesellschaft am 23. Mai 1981 aus der Taufe gehoben wurde.

Kaum Abo-Kündigungen im Lockdown

Gegründet hat sie der Verleger, dem der Musiksalon der ersten Hauskonzerte gehörte, Hans Marseille. „Das war also eine Privatinitiative“, meint die heutige Vereinsobfrau („im Prinzip mach’ ich alles“), „und das war ganz großartig“. Schließlich war zu Zeiten des Eisernen Vorhangs in der Region „gar nichts los, in Bezug auf klassische Musik“. Dafür kam schon damals das ORF-Landesstudio NÖ zur Fernsehaufzeichnung nach Hainburg.

Und später, im Speisesaal der heute abgerissenen Tabakfabrik beim Ungar-Tor, der architektonisch und akustisch zum „Haydnsaal“ umgebaut wurde („da waren sogar goldene Tabakblätter auf den Säulen“), waren Wiens Concert-Verein oder Niederösterreichs Tonkünstlerorchester, Allegro Vivo („die halten uns schon seit Jahren die Treue“) oder Jörg Demus zu Gast. „Auch Robert Holl hat dort gesungen.“

15 Konzerte gab es da pro Jahr, heute ist man bei acht, von Februar bis Dezember, mit Pause im Sommer. Aber: „Immer am Samstag um 18 Uhr, das war schon bei Hans Marseille so“, so Beate Linke-Fischer. 2020 spielte man dagegen „nur drei von acht Konzerten“. Dabei war 2019 noch das „bestverkaufte Jahr“ in der Geschichte der Gesellschaft gewesen. Und doch habe trotz Kultur-Lockdown „fast keiner“ der Abonnenten sein Abo gekündigt.

Und heuer? Hat man das Eröffnungskonzert schon auf den 1. Mai verschoben. Und will am 13. März mit der Badener Beethoven Philharmonie in der Hainburger Tabakfabrik starten. Zum Geburtstagskonzert am 29. Mai hat man sich Star-Geiger Benjamin Schmid eingeladen. „Hoffentlich kann alles so stattfinden“, wünscht sich Beate Linke-Fischer.  

www.haydngesellschaft.at