Grafenegg: Zwischen Himmel und Hölle

Erstellt am 14. August 2022 | 10:39
Lesezeit: 3 Min
Ohne Gewitter, aber mit großem Drama - und ebenso großem Staraufgebot -eröffnete Rudolf Buchbinder gestern, Samstag, sein 16. Festival im Grafenegger Wolkenturm.

Die Wolken waren fast so dunkel wie Roccos Kerker. Regen gab's trotzdem keinen, am Eröffnungsabend des diesjährigen Grafenegg Festivals. Statt dessen Stars im Turm, Prominenz im Publikum - und die erste Oper im Park.

Die, nämlich Beethovens Liebes- und Freiheitsdrama zwischen "Himmel und Hölle", also: "Fidelio", wollte man eigentlich schon im Beethoven-Jahr 2020 spielen. Und konnte jetzt "endlich", so Grafenegg-Intendant Rudolf Buchbinder, nachholen, was man pandemiebedingt gleich zwei Jahre verschieben musste. Ohne Bühne und Kostüme, also: konzertant, dafür aber mit einer "Traumbesetzung": Weltstar Jonas Kaufmann, der als erst gebeugter, dann strahlender Florestan schon bei seiner ersten Arie Zwischenapplaus bekam, Sopranistin Sinéad Campbell-Wallace, die kurzfristig als forsche Leonore eingesprungen war, New Yorks Philharmonic-Chef Jaap van Zweden, der das junge Gstaader Festival Orchestra fast schon grimmig leitete. Und: Bühnenstar Peter Simonischek, der aus "Roccos Erzählung" zwischen Arien und Aufzügen einen packenden Krimi machte.

Litten und klatschten mit: Niederösterreichs Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, die Bayerns Innenminister Joachim Herrmann in den Wolkenturm mitgebracht hatte, Landeshauptmann a.D. Erwin Pröll, der wie immer mit seiner Sissi gekommen war, Ex-Bundeskanzlerin Brigitte Bierlein, Diözesanbischof Alois Schwarz (mit Kappe) und Superintendant Lars Müller-Marienburg (mit Kreuz), Landtagspräsident Karl Wilfing und VP-Klubobmann Klaus Schneeberger, Grafenegg-Geschäftsführer Philipp Stein und NOEKU-Boss Paul Gessl, ORF NÖ-Landesdirektor Robert Ziegler und NÖ Pressehaus-Geschäftsführer Michael Ausserer, die Schauspieler Markus Freistätter, Albert Fortell und "Seyffenstein" Rudi Roubinek, Sängerin Marika Lichter und Moderatorin Vera Russwurm, Bariton Clemens Unterreiner oder Staatsopern-Geschäftsführerin Petra Bohuslav.

Zu hören ist Beethovens "Fidelio" auch heute, Sonntag, um 19.30 Uhr im Wolkenturm (oder, bei Schlechtwetter, im Auditorium), das 16. Grafenegg Festival läuft bis 4. September. www.grafenegg.com

Die Kritik zum Konzert findet ihr ab Mittwoch auf NÖN.at/kultur und auf den überregionalen Kulturseiten eurer nächsten NÖN!