Erstellt am 13. März 2018, 14:06

von Redaktion noen.at

Frühlingsfestival unter dem Motto "Nacht & Träume". Bis 2. April wird der atmosphärische mittelalterliche Klangraum Krems Minoritenkirche wieder zum Gastgeber eines Frühlingsfestivals, das mit einem vielfältigen Programm Themen dieser besonderen Zeit des Jahreskreislaufes beleuchtet.

Klangraum Krems Minoritenkirche  |  noene

Das OSTERFESTIVAL IMAGO DEI lädt mit Musik aus verschiedenen Epochen und Ethnien, mit Literatur, Film und Diskurs dazu ein, selbst ein wenig innezuhalten und sich auf vielfältige Weise inspirieren zu lassen.

2018 steht das Festival unter dem Thema „Nacht & Träume“. Die Nacht ist als Zeit der Ruhe und Geborgenheit, der Sehnsucht und Liebe, der Geheimnisse, Fantasien und Träume seit jeher eine Inspirationsquelle für Literatur, Kunst und Musik. Nacht bedeutet aber auch Fremdheit, Einsamkeit, Angst und Gefahr.

Diese Empfindungen versucht das Osterfestival Imago Dei mit Werken von der Antike über die Romantik bis zu den Klängen unserer Zeit einzufangen. Lesungen, Podiumsgespräche und ein Film ergänzen das musikalische Programm, das den Klangraum Krems Minoritenkirche, seine besondere Akustik, seine räumliche Eigenheit und spirituelle Atmosphäre auf vielgestaltige Art erfahrbar macht.

Chor "Ad Libitum" aus St. Valentin eröffnet das Festival

Zur Eröffnung lässt der Chor Ad Libitum aus St. Valentin Chorwerke von Heinrich Schütz, Gustav Mahler, Johannes Brahms und Arvo Pärt erklingen, Katharina Stemberger liest dazu Texte von Meister Eckhart, S.M. Coleridge, Christine Lavant u.a., die den Traum vom Leben und die Sehnsucht nach Frieden thematisieren. Unter dem Titel „Nocturne“ interpretiert das Minetti-Quartett Streichquartette von Joseph Haydn, György Ligeti und Franz Schubert.

Minetti Quartett  |  Irène Zandel

An zwei Abenden führen Okzitanische Lieder aus 1000 Jahren mit dem Ensemble Organum und musikalische Annäherungen an die Musik und Poesie der antiken Dichterin Sappho durch die MusikerInnen von Constantinople und die Sängerin Savina Yannatou in fremde, fast vergessene Kulturen. Das Huelgas Ensemble und das Minguet Quartett verbinden Wolfgang Rihms Komposition „Et Lux“ und Gesualdos Responsorien.

Bang on a Can All Stars  |  Lisa Bauso

Das Vokalensemble SoloVoices lädt mit Karlheinz Stockhausens wegweisendem Werk „Stimmung“ zu musikalischen Meditationen ein. Marino Formenti und Jorge Sánchez-Chiong lassen sich von Robert Schumanns Fragmenten zu neuen Werken inspirieren. Das legendäre New Yorker Ensemble Bang On A Can All-Stars  spielt in „Traumsequenzen“ Kompositionen aus klanglichen Feldforschungen von Steve Reich, Christian Marclay u.a.

Auch Kunst und Literatur sind vertreten

Der Künstler und Komponist Steve Bates und sein Black Seas Ensemble setzten sich mit halluzinatorischen Erfahrungen im musikalischen Zusammenhang und deren Inspirationskraft auseinander. Ebenso eine Premiere ist das interdisziplinäre Projekt „My Favorit Nightmare“ von Renald Deppe, das Klänge mit live gemalten Bildern des iranischen Malers Shaahin Norouzi verbindet. Das Festival mündet am Ostermontag schließlich in einem lebensfrohen Konzert von Les Musiciens de Saint-Julien mit schottischen Weisen und Tänzen aus dem Barock und Rokoko.

Außerdem werden der Philosoph Robert Pfaller, der Autor Rüdiger Safranski und der Publizist und Historiker Wolfgang Kos mit Lesungen und Gesprächen das Thema „Nacht & Träume“ näher beleuchten. Am lädt Marko Simsa Kinder ab 5 Jahren zu einer musikalischen Reise in den Orient. Und am wird passend zum Abendprogramm „Et Lux“ Barbara Albert Film „Licht“ im Kino im Kesselhaus gezeigt.

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