Karikaturmuseum Krems: Ein Schatz zum Geburtstag. Mit 230 "Schätzen" von 20 Künstlern aus (nicht nur) 20 Jahren feiert das Karikaturmuseum an der Kremser Kunstmeile ab heute, Samstag, seinen 20. Geburtstag. Und auch gleich den 20. Geburtstag der Karikaturen-Abteilung in NÖs Landessammlungen dazu.

Von Michaela Fleck. Erstellt am 20. Februar 2021 (10:50)

"Das sind wirklich Schätze, die wir da zeigen!" Schwärmt der Direktor. Und hat zum Geburtstag seines Hauses der komischen Künste an der Kremser Kunstmeile gleich zwei Ausstellungen voller Schätze aus den Archiven von Niederösterreichs Landessammlungen geholt. Und feiert damit auch gleich zwei Geburtstage: den des Karikaturmuseums und den der Karikaturabteilung in den Landessammlungen. 

Gut 7.000 Originale hat man dort seit 2001 gesammelt. 230 davon sind seit heute, Samstag, in den Geburtstagsschauen des im September 2001 aus der Taufe gehobenen Museumshauses zu sehen. Und zwar nicht nur aus 20 Jahren. Sondern von 1923 (!) bis 2020. Die ältesten hängen im ehemaligen Ironimus-Kabinett des von Gustav Peichl alias Ironimus geplanten Hauses am heutigen Museumsplatz Nummer 3. Und erzählen in der kleinen, feinen Sonderschau mit dem Titel "Bildgeschichten" aus dem "Kleinen Leben" der 1920er-Jahre, gezeichnet von Fritz Gareis junior. Die jüngsten hängen in der Geburtstagsschau genau gegenüber. Und zeigen einen nackten Hintern, der gerade geimpft und von allen beklatscht wird (gezeichnet von Thomas Wizany). 

Dazwischen finden sich in schwarzen Rahmen auf grünen Wänden die wichtigsten Wegbegleiter des Hauses wie Ironimus, Erich Sokol und natürlich auch Manfred Deix. Der 2016 verstorbene, niederösterreichische Zeichner war ja einer der "künstlerischen Väter" des Karikaturmuseums. "Es soll", meint auch Museumsdirektor Gottfried Gusenbauer, "ja immer Deix im Haus sein". Sonderschau oder Deix-Raum gibt es zwar keinen (mehr), dafür aber eine ganze Wand voller Originale in der Geburtstagsschau und dazu noch ein raumbreites Regal mit jeder Menge Schubladen zum Reinschauen. "Das ist unser Deix-Archiv!" 

Dazwischen warten nicht ganz so bekannte Namen darauf, entdeckt zu werden, wie etwa Rudolf Dirr, Erich Eibl oder Hellmuth Macheck alias mac. Und mittendrin, zwischen halbhohen, knallroten Wänden, können noch viel Schätze aus dem digitalen Archiv - und am Bildschirm - bestaunt werden. Politisch sind sie (fast) alle, historisch viele, ganz aktuell die meisten, etwa die karikaturistischen Kommentare von Bruno Haberzettl in Öl oder von Michael Pammesberger in Bleistift. 

Genauso politisch und (noch mehr) historisch sind die Bildgeschichten von Ladislaus Kmochs "Seicherl" und seinem "Struppi" aus den 1930er-Jahren, fast schon musikalisch die Graphic Novels von Horst Stein von und mit den "Haydns", minimalistisch die "Lochgötter" von Rudi Klein. Und ganz bekannt und leuchtend gelb gestreift der Herr Wondrak von Janosch, dem Gottfried Gusenbauer einen seiner "Exkurse" im Ironimus-Kabinett gewidmet hat. 

"Ich möchte", so der Direktor, der seit mittlerweile neun Jahren des nach wie vor in Österreich einzigartige Haus leitet, "das Museum im Jubeljahr aufmachen". Und hat dazu 2021 noch Christine Nöstlinger und Gerhard Haderer ("der wird heuer auch 70") auf der Ausstellungsliste. Und nächstes Jahr? "Wird wieder ein Comic-Jahr!"

"Schätze aus 20 Jahren", zu sehen bis 30. Jänner 2022, www.karikaturmuseum.at