Buch-Neuerscheinung: Fresken und Nierndln. In poetischen Worten und prächtigen Bildern geht man in „Krems & Stein“ auf Schatzsuche im Kulturerbe.

Von Michaela Fleck. Erstellt am 21. Mai 2019 (09:32)
Rafaela Proell
Hinter Fenster & Fassaden blickt „Krems & Stein“ –  wie in die Denkmalwerkstatt im Holzingerhaus (erstes Foto).

Von der Landesgalerie gibt es auch ein Stück. Aber eines, das man beim Vorbeigehen so gar nicht gesehen hätte. „Das“, erklärt Joachim Rössl, „war im Wesentlichen die Idee. Zu zeigen, was verbirgt sich hinter den Fassaden. Einen kleinen Einblick in eine andere Welt zu geben.“ Der kleine Einblick ist 224 Seiten und 220 spannende, ungewöhnliche, detailverliebte Bilder stark.

Rafaela Proell

Und gerade im Brandstätter Verlag erschienen. „Ganz wunderbare Dinge“, so Niederösterreichs langjähriger Kulturabteilungsleiter und nunmehriger Buch-Herausgeber seien dafür „ausgegraben worden“. Ein Freskensaal im Turmzimmer der Gozzoburg, eine Krypta mit offenen Särgen in der Piaristenkirche, ein Renaissance-Gemälde in einem Studentenwohnzimmer am Schürerplatz. Aber auch eine Marienkapelle hinter der Steiner Landstraße, ein Diamantgewölbe in einem Schuhgeschäft am Täglichen Markt oder ein Zwerchgiebel über den Rahmnierndln im Topf von Ulli Amon-Jell.

Sie alle versammelt „Krems & Stein“, dazu Texte von Eva-Maria Gruber und literarische Spaziergänge von Cornelia Travnicek und Wolfgang Kühn. Soll man die gleich mitnehmen nach Krems? Oder lieber vorher lesen? „Man kann beides tun“, meint Joachim Rössl.