Schiele und die schöne Aussicht. Mit fünf Schauen, über 30 Schieles & einem Pavillon am Dach feiert man in Krems diesen Samstag Eröffnung.

Von Michaela Fleck. Erstellt am 21. Mai 2019 (02:11)

Ganz unten sind die schweren, schwarzen Türen noch verschlossen. Ganz oben, 21 Meter über dem Kremser Museumsplatz, ist die Luft eine Woche vor dem „Grand Opening“ frisch. Der Blick frei, bis zur Donau und zum Göttweiger Berg. Und die 100 Quadratmeter kleine Dachterrasse schon bewohnt – von der Kunst.

„Das ist meines Wissens der einzige Pavillon auf einem Dach“, schwärmt Christian Bauer. „Und der ist genau dort, wo er hingehört – nahe dem Himmel.“ Aus „Stahl und Glas und einer Idee“ besteht das jüngste Exponat der Eröffnungssaison von Niederösterreichs jüngstem Kunsthaus. Stammt vom Amerikaner Dan Graham. Und ist, als Dauerleihgabe, „ein Symbol für unsere Privatsammlungen“. Und „für die Größe Niederösterreichs“.

„Alles in der Landesgalerie hat zu tun mit dem Ort und mit dem Land.“  Landesgalerie-Direktor Christian Bauer

Von beidem gibt es auch in den insgesamt fünf Schauen auf fünf Ebenen, die dieses Wochenende ihre Pforten öffnen, einiges. Im Dachgeschoß, gleich neben Dan Grahams „Mondfenstern“, bei Heinz Cibulkas Personale („für mich ist das eine Riesenfreude“, so der Ladendorfer, „aber auch ein Prüfstand“). Mit seinen „Bildgedichten“ aus 1977 über die „Geschichteten Gedichte“ aus 2000, die lange „im Archiv“ waren, bis zu „ganz neuen Arbeiten“ von Tansania bis zur Rax. Aber auch im Untergeschoß, bei Franz Hauers spektakulärer Kunstsammlung, von Kokoschka bis Schiele.

Von Letzterem hat Landesgalerie-Direktor Christian Bauer „mehr als 30“ Werke im ganzen Haus verteilt, 17 davon „in einem eigenen Raum, beim Hauer“. Die „Wally“ hängt dort, aber auch die „Agonie“ aus der Münchner Pinakothek („die wird sonst nie verliehen“), der monumentale „Wildbach“ aus einer Wiener Privatsammlung („der war das letzte Mal 1948 zu sehen“) oder „Krumau“ aus der Sammlung Thyssen aus Madrid.

„Richtige Kracher“ seien das, so Bauer. Die „nicht leicht zu bekommen waren“. Und die doch, „wie alles hier in der Landesgalerie“, mit dem Ort und dem Land zu tun haben.

Genauso wie Egon Schieles „Ansicht von Stein“. Die hängt in Öl tief unter dem Museumsplatz. Und die winkt in echt gegenüber von Dan Grahams Pavillon durchs Dachfenster …