Alexander Hauer: "Bewusst etwas ganz Anderes". Alexander Hauer, Regisseur und Melk-Intendant, sprach mit Michaela Fleck über Überraschungen, Augenzwinkern und andere Gefahren.

Von Michaela Fleck. Erstellt am 08. Juli 2020 (02:34)
Alexander Hauer
Matejschek

NÖN: Diesen Freitag feiern Sie in Melk mit Hugo von Hofmannsthal Premiere, die erste von mehreren und eine ganz andere als sonst. Wie wird die?
Alexander Hauer: Das kann ich noch nicht sagen! „Das große Salzburger Welttheater“ ist im Prinzip der dritte Akt eines Shakespeare- Dramas. Und es ist ein ziemlich sportliches Format, da wir ja nur eine Woche proben.

„Xperiment“ im Übertitel klingt ja ein bisschen nach Überraschung, „Pandemic Edition“ im Untertitel nach Sciene Fiction. Wird das utopisch? Wird das gar gefährlich?
Hauer: Es wird gar nicht gefährlich! Und es sind alles Stücke, die sich mit herausfordernden Szenarien für die Menschen beschäftigen – und die alle Lösungen dafür finden. Genau dieser Optimismus war mir wichtig. Und die „Pandemic Edition“ ist unser ernsthaftes Augenzwinkern, das die jetzige Situation spiegelt.

Gespielt wird in Melk heuer nicht nur eine Premiere, sondern sechs. Und die auch noch von sechs Autoren und von sechs Regisseuren. Ist das nicht viel aufwendiger als eine (große) Theater- und eine Revueproduktion?
Hauer: Gar nicht – weil sich alle auf genau diese Rahmenbedingungen eingelassen haben. Wir haben kein Bühnenbild, wir haben fast nur junge Regisseure – da bin ich ja der Senior, wir schaffen neue Räume, und wir haben Leute, die kommen sechsmal. Wir wollten bewusst etwas ganz Anderes machen. Da haben wir es vielleicht hier leichter. Es ist aber auch ein Format, das in irgendeiner Form weitergehen kann…

Eigentlich wären heuer ja „Die 10 Gebote“ am Premierenplan gestanden. Und dazu noch ein ziemlich runder Geburtstag, der 60. der Sommerspiele. Die Uraufführung wird 2021 nachgeholt, wird dann auch nachgefeiert?
Hauer: Die Feierlichkeiten sind eindeutig nächstes Jahr. Aber wir wollten auch heuer sehr bewusst verankert sein. „Das große Welttheater“ war das erste Stück der Sommerspiele, 1961, vor der Stiftsfassade…

Und was kommt als Nächstes?
Hauer: Es gibt viele Themen. Und wir haben jetzt Zeit, uns Überraschungen fürs Publikum auszudenken. Ich möchte, dass Melk ein Ort ist, wo große Stoffe und optimistische Gedanken auf der Bühne sind.

http://www.sommerspiele-melk.at