Dominic Oley über Dichter, Monster &Liebesgeschichten. Dominic Oley, Schauspieler, Regisseur und Autor, sprach mit Michaela Fleck über Dichter, Monster und Liebesgeschichten.

Von Michaela Fleck. Erstellt am 24. April 2019 (01:27)
Severin Koller
Dominic Oley

NÖN: Diesen Samstag feiern Sie in der St. Pöltner Theaterwerkstatt Uraufführung, und zwar von Mary Shelleys „Frankenstein“. Was gibt’s da zu sehen? Männer? Monster? Damen? Gespenster?
Dominic Oley: Wir haben eine Idee herausgenommen: drei Dichter am Genfer See, eine Affäre und ein Monster sozusagen als Retter. Das wird ein sinnliches Fest!

Der gleichnamige Roman ist ja schon fast so mythisch – und mystisch – wie seine Hauptfigur. Wie viel Legende verträgt eine Theaterbühne? Wie viel Wahrheit braucht sie?
Oley: Die Wahrheit ist immer die emotionale Währung, die der Schauspieler auszahlt. Wir nehmen den Spaß ernst. Und so werden auch Utopien hergestellt.

Auch um die Autorin Mary Shelley ranken sich Mythen. Und, nicht zuletzt, erotische Gerüchte zwischen ihr und Lord Byron.
Oley: Die gibt’s bei uns auch, die Liebesgeschichte. Und die Freundin der Freundin verliebt sich in das Monster …

Gibt’s bei Ihnen eigentlich ein Happy End?
Oley: Es gibt sozusagen ein Happy End, das Monster bringt den Ehemann um. Aber das Schlussbild ist schon gruselig auch.

Dunkle Figuren gab es aber auch schon andere bei Ihnen. Vampire und Mörder, Könige und Schiffbrüchige. Was haben die, was andere nicht haben? Und fühlen die sich auf „kleineren“ Bühne wie auf der Gumpendorfer Straße, dem Bronski & Grünberg oder der St. Pöltner Theaterwerkstatt wohler?
Oley: Die haben sich ihre Orte gesucht, diese Wohngemeinschaften entwickeln sich. Aber bei mir ist es immer tragikomisch, dass es zu ernst wird, kann bei mir nicht passieren!

Gespielt haben Sie von Essen bis zur Josefstadt. Und vom Reinhardt-Seminar bis zum „SOKO Donau“-Set. Was hat ein Bühnendarsteller, was auch ein Filmstar brauchen kann?
Oley: Das sind eigentlich zwei verschiedene Berufe. Und das Schreiben, das Inszenieren, das Spielen, das ist für mich immer ein Weiterkommen …

Was kommt als Nächstes?
Oley: Ich bin in der Josefstadt als Schauspieler engagiert. Und ich arbeite ständig an Texten, für mich …  www.landestheater.net